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Es sieht sehr unscheinbar aus, riecht bestialisch, ist aber wertvoll wie Hulle. Ambra – nichts anderes als Walkotze - wird in der Parfümherstellung verwendet, kommt aber nur sehr selten vor. Das erklärt, warum Fischer, die die Substanz im Inneren eines gestrandeten Pottwals gefunden haben, damit 1,5 Millionen Euro verdienen konnten.

Ein Ausscheidungsprodukt, das der Industrie sehr viel wert ist

Statistisch kommt Ambra in nur einem Prozent der Pottwale vor, erklärt Michael Dähne vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund. Die Chance, an diese Substanz zu gelangen, sei daher gering.

"Zuerst stinkt die Masse furchtbar, später bekommt sie einen wohlriechenden Duft."
Michael Dähne, Deutsches Meeresmuseum in Stralsund

Ambraproduktion - für die Wissenschaft ein Rätsel

Dabei können Wissenschaftler gar nicht genau sagen, wie diese Substanz, die die Basis für Parfüme darstellt, gebildet wird. "Sehr wahrscheinlich wird sie im Übergang von Magen zum Darm gebildet, wenn der Fluss dort verhindert wird. Dann bildet sich dort nach und nach eine Masse, die sehr fettig ist und dann ausgeschieden wird." Michael Dähne beschreibt das "Stoffwechsel-Zwischenprodukt" als wachsartig und nach Fäkalien stinkend. Mit der Zeit aber verwandelt sich der Gestank in einen "wohlriechenden Duft".

"Was man schnell mit Ambra verwechselt, sind sehr häufig Erdölprodukte. Wenn also etwas so riecht wie Vaseline, schnell weg damit oder dafür sorgen, dass es fachgerecht entsorgt wird."
Michael Dähne, Deutsches Meeresmuseum in Stralsund

Theoretisch könne man Ambra auch am Strand finden, erklärt Michael Dähne. Er schmälert aber direkt die Hoffnung auf einen Fund, der einem viel Geld einbringen könnte. Oft handele es sich dabei um Produkte aus Erdöl oder um Schadstoffe, die noch auf die Munition aus dem Zweiten Weltkrieg zurückgehen. Aber das sei ein ganz anderes Thema.