Ambrosia-Pflanzen können heftige allergische Reaktionen auslösen. Eine Hundetrainerin in Berlin bildet Ambrosia-Spürhunde aus, um das Kraut in den Griff zu bekommen.

Ambrosia ist grasgrün und dadurch auf den ersten Blick recht unscheinbar. Ein bisschen wie eine Hanfpflanze - deswegen auch der Beiname Wilder Hanf. 

Die Wirkung des Wildkrauts ist aber umso eindrucksvoller: Viele fürchten sie aufgrund der heftigen allergischen Reaktionen, die sie bei uns auslösen kann - an Augen und Atemwegen, bis hin zu Asthmaanfällen.

Ambrosia-Spürhund Arwen zeigt zwischen ihren Pfoten einen Fund an.
© Franziska Felber | Deutschlandfunk Nova
Ambrosia-Spürhund Arwen zeigt zwischen ihren Pfoten einen Fund an.

Katja Krauß ist Hundetrainerin in Berlin. Sie hat ihre siebenjährige Schafpudel-Dame Arwen zum Ambrosia-Suchhund ausgebildet. Die feine Nase des Hundes eignet sich optimal dafür, das bei vielen unbeliebte Kraut aufzuspüren. Katja bildet in Kursen auch andere Hundehalter und ihre Tiere zu Suchteams aus. 

Dokumentieren der Daten per App

Ist ihr Hund Arwen fündig geworden, trägt Katja Krauß den Fundort über eine Smartphone-App in den Ambrosia Atlas ein – die Dokumentation der Vorkommen soll den Behörden Handlungsbedarf zeigen. Denn Ausreißen allein genügt nicht mehr. 

Die Schweiz hat es vorgemacht: Dort wurde die Pflanze über Jahre systematisch entfernt – es gab eine Melde- und Bekämpfungspflicht: Wer Ambrosia im Garten hatte, machte sich strafbar. Für den Hund, sagt die Hundetrainerin, gibt es kaum was Schöneres, als eine solche Such-Aufgabe.

"Der Hund ist von seinem Naturell her ein Beutegreifer. Deswegen macht es den meisten Hunden einen Höllenspaß, irgendwas zu suchen."
Katja Krauß, Hundetrainerin
Ambrosia-Pflanze.
© Franziska Felber | Deutschlandfunk Nova
Eine Ambrosia-Pflanze oder auch Beifußblättrige Traubenkraut genannt.

Ambrosia ist einer der stärksten Allergieauslöser: Bereits ab sechs Pollen pro Kubikmeter Luft reagieren empfindliche Personen allergisch, ab elf Pollen je Kubikmeter wird von einer starken Belastung gesprochen. 

Zum Vergleich: Bei Gräserpollen wird eine Konzentration von mehr als 50 Pollen pro Kubikmeter als starke Belastung bezeichnet. Die Pflanze vermehrt sich durch Selbstbestäubung. 

Bei Allergikern ist Ambrosia außerdem unbeliebt, weil sie von Juli bis Oktober blüht - das verlängert die Zeit, in der die Betroffenen unter Pollen leiden um Monate. 

"Im Jahr 2006 gab es einen sehr heißen Sommer. Und tatsächlich haben wir auf Anhieb große Mengen Ambrosia gefunden. Ich glaube, es waren 60 Pollen pro Kubikmeter Luft, was schon sehr, sehr viel ist."
Thomas Dümmel, Meteorologischen Institut der FU Berlin

Ursprünglich wurde die Pflanze vor 150 Jahren versehentlich aus den USA eingeschleppt. Aufgrund des Klimawandels bereitet sie sich immer weiter in Europa aus. 

In Deutschland gibt es mehrere Meldestellen, denen Funde mitgeteilt werden können. Mit einer EU-Verordnung wurde die Einfuhr von ambrosiahaltigen Futtermitteln verboten. Tests zeigten aber, dass beispielsweise nur 3 von 18 Vogelfuttern ambrosiafrei sind. 

Inzwischen wurde eigens, um die Ausbreitung von Ambrosia zu überwachen, das interdisziplinäre Experten-Netzwerk Smarter gegründet.