Der Amen-Break wird bis heute tausendfach in Songs eingebaut. Der Komponist Richard Spencer hat dafür keinen Cent gesehen. So lange, bis die Netzgemeinde zum Spenden aufruft - und ihm einen nicht allzu hohen, aber nützlichen Betrag zukommen lässt.

Richard Lewis Spencer konnte nicht ahnen, dass ein Beat, der nur ein paar Sekunden lang ist, von einer ganzen Generation Musikern verwendet und zur Basis tausender Songs werden würde. Spencer spielte in den 60er Jahren in der Band Winstons, die nie erfolgreich wurde.

Amen-Break bis heute in 1703 Tracks

Doch da war dieser eine Song, "Amen Brother". Der war der Band eigentlich nicht so wichtig, im Studio haben sie ihn schnell runtergespielt. Doch "Amen Brother" hat eben diese eine Stelle bei 1 Minute und 26 Sekunden. Ein Schlagzeugsolo, das tausendfach gesampelt wurde.

Richard Lewis Spencer gehören die Rechte daran. Doch obwohl der Break so häufig verwendet wurde, hat Spencer nicht einen Cent dafür gesehen. Bis jetzt.

Der Amen-Break ist nach wie vor bekannt, Medien berichten darüber, es wird in Songs eingebaut. Irgendwann wächst im Netz eine Fangemeinde. Seiten wie whosampled.com listen alle Songs auf, die den Break verwendet haben. Aktueller Zählerstand: 1703 Tracks. Skrillex, Jay-Z, The Prodigy sind dabei. Auch David Bowie in seiner kurzen Drum’n’Bass-Phase.

The Winstons Amen Breakbeat Gesture

Dann kommt Martyn Webster ins Spiel. Er ist DJ und lebt in Großbritannien. Im Netz schreibt er:

"Ich liebe den Amen-Break schon lange. Ich bin mit Elektro, Hip Hop und Drum’n’Bass aufgewachsen. Mir wurde klar, dass einfach noch niemand versucht hat, Richard seinen Wunsch zu erfüllen. Also habe ich Kontakt zu ihm aufgenommen und diese Spenden-Seite hier aufgesetzt."

The Winstons Amen Breakbeat Gesture" nennt Martyn die Aktion, gehostet auf der Plattform GofundMe.

Das Crowdfunding wird ein großer Erfolg. Das ursprüngliche Ziel im Februar 2015 ist es, 1000 Pfund zu sammeln. Aber die Geschichte verbreitet sich im Netz, und auch Rolling Stone, die BBC und andere Sender berichten darüber. Am Ende werden es 24.000 Pfund. Das Geld hat Richard Spencer mittlerweile bekommen.

"Das Geld kam genau zur richtigen Zeit. Damit konnte ich zum Beispiel meinem Sohn die Studiengebühren oder auch meine Arztrechnungen bezahlen."
Richard Lewis Spencer