Vom Kriegsfilm bis zu Ghandis Leben: Historische Themen sind beliebt. Hier sprechen Filmemacher, Schauspieler und Historiker über ihre Arbeit zwischen Fakten und Erfindung.

Alexander der Große, Martin Luther oder Winston Churchill - sie alle waren Gegenstand von Kinofilmen, die ihr Leben und Wirken darstellen sollen.

Während sich der Film über Alexander erlauben kann, die Realität des 3. Jahrhunderts vor Christus frei zu erfinden, weil es nicht viele Informationen über die Lebensumstände in dieser Zeit gibt, hält sich der Film über Winston Churchill und die Verteidigung der britischen Insel gegen die Angriffe Deutschlands sehr viel mehr an die historische Wahrheit.

Neben fiktionalen Werken verarbeiten Doku-Dramen historische Stoffe. Nachgestellte Szenen werden durch Archivmaterial und Zeitzeugen-Erinnerungen ergänzt. In diesen Fällen kann der Regisseur zum Geschichtslehrer werden, wenn er sich so genau wie möglich an das historisch Nachweisbare hält. 

Das gilt nicht für die Verarbeitung einer historischen Vorlage in Spielfilmen, wie etwa dem Oskar-prämierten Film "Das Leben der Anderen".

"Bei 'Das Leben der anderen' habe ich mich sehr intensiv mit dem Leben von Wolf Biermann beschäftigt. Und gedacht: Ach, das finde ich sehr unbefriedigend und habe dann anhand seiner Geschichte Personen entwickelt, die mit seiner Person dann nicht mehr so viel zu tun hatten."
Florian Henckel von Donnersmarck, Regisseur

In diesen Fällen vermischen sich dramaturgische Einfälle des Regisseurs mit historischen Tatsachen zu einem Spielfilm, der keinen Anspruch erheben kann, diese nur darzustellen.

Ihr hört in Eine Stunde History

  • Der Journalist Siegfried Tesche beschäftigt sich seit Jahren mit Filmen, die historische Stoffe verarbeiten.
  • Der Schauspieler Andre Mann erklärt, wie er die Rolle des Bremer Wirtschaftssenators Karl Eggers in dem Film "Die Affaire Borgward" erarbeitet hat.
  • Der Regisseur Heinrich Breloer erläutert die Arbeit mit historischen Stoffen in Doku-Dramen.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld beschreibt wie Filme in der NS-Diktatur zu Propagandazwecken missbraucht wurden.
  • Der Filmexperte Tom Westerholt lässt einige Beispiele, in denen reale Geschichte als Vorlage für Filme dient, Revue passieren.

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