Die meisten von uns stehen vermutlich auf Rabatte. Aber was, wenn der Mensch neben uns weniger zahlt für den gleichen Käse, die gleichen Nudeln? Über personalisierte Preise an der Supermarkt-Kasse. Dominik Schottner war einkaufen.

Die Supermarktkette Kaiser's hat damit angefangen. In 30 Berliner Filialen gibt es für die Käufer personalisierte Preise. Also Preise, die individuell zugeschnitten sind. Für welche Produkte - darüber entscheiden Kaiser's und das eigene Kaufverhalten.

Rabatt-Coupon im Supermarkt

Voraussetzung ist, dass sich Käufer eine kostenfreie Kundenkarte ausstellen lassen. Mit dieser melden sie sich vor dem Einkauf an einem Terminal in der Filiale an. Das Gerät spuckt dann eine Liste mit Angeboten aus - von Milch über Schokolade bis hin zu Toilettenpapier. Ein Coupon mit maßgeschneiderten Rabatten.

Dann rein in den Supermarkt, Wagen vollladen und an der Kasse den Coupon vorlegen. Haben die Käufer die vorgeschlagenen Produkte gekauft, bekommen sie auch die Rabattangebote. Sehr schön. Das kann aber auch bedeuten, dass Käufer an der Kasse unterschiedliche Preise für die gleichen Produkte zahlen.

"Die künstliche Intelligenz passt sich an das Kaufverhalten an."

Der Rabatt-Coupon wird von einer Software errechnet, die das Kaufverhalten erlernt. Und dieses mit Daten des Marktforschungsunternehmen GfK abgleicht. Die Gesellschaft für Konsumforschung erstellt anhand eines bundesweiten Haushaltspanels sogenannte Konsumententypen.

Die Software kommt von dem Start-up SO1. Bei den ersten drei Einkäufen im Supermarkt passten die Angebote vielleicht noch nicht zu hundert Prozent, sagt Raimund Bau von SO1. Aber etwa ab dem dritten Mal könne die Software das Kaufverhalten sehr gut berechnen.

Hier stellen sich natürlich auch Datenschutzfragen

Probleme beim Datenschutz sieht Bau nicht. EC-Daten, Adressen und so weiter würden sie nicht nutzen. Allein, was der Kunde kauft, fließe in die Analyse ein. Wie bei anderen Kundenkarten auch. Kaiser's jedenfalls will ab 2015 den Rabatt-Coupon in allen Filialen in Berlin sowie in Brandenburg anbieten. Ob andere Supermarktketten mitziehen, ist noch offen. Und ob es demnächst Ärger an der Supermarktkasse gibt, auch.