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Die USA haben sich schon einiges einfallen lassen, um mehr Impfwillige anzulocken: Kostenlose Joints in Washington, eine Impflotterie mit dem Hauptgewinn von einer Million Euro oder kostenlose Donuts und Eis. Aber - bringt das was?

Zuerst erreichten die USA ihre Impfziele schneller als erwartet, doch nun stockt dort wie hier die Impfquote und das, obwohl die Inzidenzen derzeit wieder steigen. Jetzt fehlt es zwar nicht mehr an Impfstoff, aber an Impfwilligen. Anreize sollen das ändern, doch eine Studie zeigt jetzt: Egal welche Anreize - sie lassen die Impfbereitschaft nur leicht steigen.

"Wir haben drei Arten von Anreizen getestet: Geld, mehr Freiheiten und die Möglichkeit bei seiner hausärztlichen Praxis impfen zu lassen."
Felix Hartmann, Politikwissenschaftler

Felix Hartmann ist Politikwissenschaftler und zusammen mit einem Forschungsteam beschäftigte er sich in einer Studie mit der Frage, wie sich die Impfbereitschaft in der Bevölkerung erhöhen lässt. Sie haben drei verschiedene Anreize getestet: Unterschiedliche Geldbeträge, mehr Freiheiten und die Möglichkeit sich bei der Hausärztin impfen zu lassen.

Jüngere wollen mehr Freiheiten, Ältere zum Hausarzt

An der Studie nahmen 20.500 Menschen teil, die zufällig entweder einer Gruppe zugeordnet wurden, der verschiedene Anreize im Falle einer Impfung angeboten wurden oder einer Gruppe, die keinerlei Belohnungen bekam.

Das Ergebnis: Verschiedene Gruppen reagieren unterschiedlich stark auf die jeweiligen Impfanreize. So lassen sich Jüngere eher von mehr Freiheiten locken und Ältere eher, wenn die Impfung bei einer Hausärztin in der Nähe stattfinden kann.

"Mit einer Kombination aus allen Anreize konnten wir die Impfereitschaft von 67 Prozent unter den Befragten auf 75 Prozent erhöhen."
Felix Hartmann, Politikwissenschaftler

Bei weiteren Untersuchungen stellte sich heraus, dass der Anreiz der Impfung beim Hausarzt weniger anschlägt, je näher ein Impfzentrum ist. Das legt nahe, dass Kosten, wie etwa Reiskosten, eine Rolle spielen, erklärt der Politikwissenschaftler.

Unentschlossene lassen sich durch Anreize eher umstimmen

Befragte die angaben, Impfgegner zu sein, ließen sich aber auch durch Anreize kaum umstimmen. Durch eine Kombination der Anreize stieg in dieser Gruppe die Impfbereitschaft nur etwa um sechs Prozent. Eine Belohnung von 25 Euro änderte fast nichts und bei 50 Euro ließen sich gerade einmal ein bis zwei Prozent umstimmen.

Etwas anders sah es da bei den Unentschlossenen aus: Mit einer Kombination aller anreize, konnten 13 Prozent doch noch von einer Impfung überzeugt werden.