Rassismus und Rechtsextremismus – das steht offenbar hinter dem Anschlag von Hanau. Wir haben mit von Rassismus betroffenen Menschen darüber gesprochen, was dieser Tag verändert und was sich in unserer Gesellschaft ändern muss.

"Wir stehen zusammen, wir halten zusammen!", rief Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier tausenden Trauernden auf der Mahnwache in Hanau zu. Auch die Netzaktivistin und Autorin Ayesha Khan war dort. "An sich war das ein gutes Gefühl zusammenzukommen", erzählt sie im Ab21 Podcast. Doch das eigentliche Problem sei nicht einfach nur Hass, sondern Antisemitismus und Rassismus in der Mitte der Gesellschaft, so Ayesha. "Ich finde, das wird viel zu wenig kommuniziert und benannt."

Es sei wichtig, sich über die eigenen Privilegien klar zu werden und solidarisch mit denen zu sein, die sie nicht haben, sagt der Rassismus-Forscher Ozan Zakariya Keskinkilic. "Das größte Privileg von weißen Menschen ist unter anderem, dass man sich aussuchen kann, ob man sich mit Rassismus beschäftigen will oder nicht."

Erfahrungen mit Rassismus macht auch die Journalistin Şeyda Kurt immer wieder. Sie sagt, die Angst ist für viele Menschen schon zum ständigen Begleiter geworden, spätestens nach dem NSU, dem versuchten Anschlag in Halle oder dem Mord an CDU-Politiker Walter Lübcke. "Sicher fühle ich mich schon lange nicht mehr!"

Podcast zur Sendung
  • Ab 21
  • Moderatorin:  Shalin Rogall
  • Gesprächspartner :  Markus Pindur, Deutschlandradio-Korrespondent für Sicherheitspolitik
  • Gesprächspartner :  Ozan Zakariya Keskinkilic, Aktivist, erforscht antimuslimischen Rassismus
  • Gesprächspartnerin:  Ivy Nortey, Ab 21 - Reporterin
  • Gesprächspartnerin :  Şeyda Kurt, freie Journalistin
  • Gesprächspartnerin :  Ayesha Khan, Netz-Aktivistin und freie Autorin