Krisen machen uns Angst - vor allem unsere eigenen. Ein Neuanfang geht meist nur, wenn mal alte Dinge oder Begleiter loslässt. Ein schmerzhafter und oft von Angst begleiteter Prozess.

Hartmut Kraft ist Psychoanalytiker und beschreibt in seinem Vortrag vom 15. März 2014 die positive Wende im Leben, der meist eine Krise vorangeht. Diese Krise kann sehr dramatisch und quälend verlaufen. Gerade wenn wir beginnen, uns vom alten Status loszulösen, erklärt Hartmut Kraft. In dieser Phase konstatieren wir: "So kann es mit mir nicht weitergehen," wissen aber nicht wie es anders weitergehen kann. Diese Phase bezeichnet er als die erste Phase der Krise.

Wiedergeburt

Danach beginnt die Wandlungsphase, in der schwere körperliche oder seelische Krankheiten nicht ausgeschlossen sind. Diese Phase vergleicht er mit einem Tunnel oder einer Schleuse. Meist seien wir nicht in der Lage, diese Phase bewusst zu steuern und könnten den Prozess nur durchstehen.

"Kunst ist ja Therapie!"

Schließlich beginnt die dritte Phase mit der Einführung in den neuen Status. Künstler beschäftigen sich häufig mit dieser Wandlungskrise, die einem schöpferischem Neubeginn vorangeht. Hartmut Kraft zitiert an der Stelle treffend Goethe: "Solange du das nicht hast, dieses Stirb und Werde, bist nur ein trüber Gast auf der dunklen Erde."

Hartmut Kraft hat Medizin in Köln und Göttingen studiert, eine Ausbildung zum Facharzt für Nervenheilkunde absolviert und sich zum Psychoanalytiker weitergebildet. Seinen Vortrag hielt er im Rahmen eines Angstsymposiums. Wie Angst uns beherrscht, erklärt die Kunsthistorikerin Martina Padberg im Hörsaal. Und der Philosoph Thomas Schmaus zeigt, wie Angst und Freiheit zusammenhängen.