"Pure Evil Act R. I. P. London Will Never Give In" steht auf einer Papierserviette im Union Jack Style, in die Blumen gewickelt wurden. Passanten haben sie nahe dem Borough Market in London abgelegt, wo Menschen von Attentätern attackiert wurden.

Ein Kleintransporter rast am 3. Juni gegen 22 Uhr über die London Bridge und fährt in Schlangenlinien gezielt auf Fußgänger zu. Danach springen die drei Attentäter aus dem Wagen und attackieren Passanten mit Messern. Sie gehen weiter zum Borough Market, sagt unser Korrespondent Friedbert Meurer, und dringen in mindestens drei Pubs ein, wo sie weitere Menschen verletzen. 

Der Polizei gelingt es innerhalb von acht Minuten nach dem ersten Notruf vor Ort zu sein und schießt die Attentäter nieder. Traurige Bilanz bisher: Sieben Tote – darunter die drei Attentäter – und bis zu 50 Verletze, darunter auch Schwerverletzte.

"Augenzeugen berichten, dass die Drei gerufen haben: "Das ist für Allah" – also ganz offensichtlich islamistische Terroristen."
Friedbert Meurer, Deutschlandfunk Nova-Korrespondent in London

Inzwischen ist bekannt, dass die drei Attentäter sich Sprengstoffgürtel-Attrappen umgebunden hatten, "um noch martialischer auftreten zu können", sagt Friedbert Meurer. Die Polizei teilt mit, dass die Gürtel nicht echt sind.

Burkhard Birke, Deutschlandfunk Nova-Korrespondent in London
"In Barking, im Nordosten von London, hat eine Razzia stattgefunden. Es gab zwölf Festnahmen dort."

"we will never give in"

Die Premierministerin Theresa May hat das Kabinett zu einer Krisensitzung zusammengerufen. In einer ersten Pressemitteilung kritisiert sie den bisherigen Umgang mit Terrorismus. Sie fordert eine härtere Gangart gegenüber Extremismus. Mehr als die Worte von Politikern setzen die Menschen jetzt ein Zeichen, indem sie Normalität leben: "That refuses to let them win, that shows we will never give in."

"Die meisten Briten, die ich kenne, behalten einen kühlen Kopf."
Friedbert Meurer, Deutschlandfunk Nova-Korrespondent in London

Der Wahlkampf ist unterbrochen worden, sagt Friedbert Meurer, aber über die Verschiebung der Parlamentswahlen am 8. Juni gäbe es keine ernsthaften Diskussionen. Auch das Gedenkkonzert in Manchester für die Opfer des Anschlags vom 22. Mai wird wie geplant am 4. Juni stattfinden. "50.000 Zuschauer werden im Old Trafford Cricket Ground erwartet", sagt Friedbert. Verschärfte Sicherheitskontrollen werden selbstverständlich stattfinden: "Höhere Sicherheitsstufe, aber das Konzert findet ganz klar statt", bekräftigt der Deutschlandfunk Nova-Korrespondent. 

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