Wir zeigen ja gern mal mit dem Finger auf andere: Fußballfunktionäre, Politiker, Wirtschaftsbosse - alle korrupt! Tatsächlich fängt Bestechung aber schon im Kleinen an. Wir zeigen euch, wie ihr nicht zum Blatter werdet.

Die Definition von Transparency International sagt: Korruption beginnt da, wo jemand Macht missbraucht, um sich einen privaten Vorteil zu verschaffen. Heißt: Schon, wenn ihr zum Beispiel eurem Friseur oder der Sprechstundenhilfe mit einem netten Lächeln und einem Geldschein noch 'nen Termin abjagt, betreibt ihr Korruption. Zur besseren Demonstration haben wir das bei uns in der Redaktion mal für euch durchgespielt:

Gegen Korruption hilft: Transparenz

Korruption komplett aus einer Gesellschaft zu verbannen, ist leider sehr schwierig, sagt Anna-Maija Mertens von Transparency International Deutschland - dabei wäre genau das ihrer Ansicht nach erstrebenswert. Denn: Wenn ihr euren Friseur schmiert, schafft ihr gewissermaßen einen Schwarzmarkt für teurere Friseurtermine und schließt damit:

  1. andere Menschen aus, die davon nichts wissen
  2. auch Kunden aus, die sich das nicht leisten können

Abhilfe schafft laut Anna-Maija Mertens am ehesten Transparenz. Das wird natürlich umso schwieriger, je größer die Anzahl der Beteiligten ist.

"Es muss möglich sein, dass alle die gleichen Regeln haben."
Anna-Maija Mertens, Geschäftsführerin von Transparency International Deutschland

"Noch eine Woche, dann stehen unsere Büros voll mit Weihnachtspräsenten diverser Dienstleister", schreibt User Markus Knappe auf der DRadio-Wissen-Facebookseite, "Korruption oder nicht?" Darauf antwortet Anna-Maija Mertens von Transparency International: Es kommt aufs Motiv an. "Die Frage ist: Will mein Gegenüber mich beeinflussen? In manchen Situationen ist das ganz klar und da ermutigen wir kleine Betriebe oder auch alle Akteure der Gesellschaft, klare Regeln zu erstellen, die auch mit den Mitarbeitern durchdiskutiert werden."

Am Ende schadet ihr euch mit Korruption auch oft selbst, sagt DRadio-Wissen-Autorin Tina Kießling. Stichwort: absurde Mieter-Castings: "Ich hab hier in Köln schon Leute mit Kuchen anrücken sehen, weil die unbedingt eine Wohnung haben wollten." Das mag nachvollziehbar sein, meint Tina, aber: Im Kleinen bewirkt ihr damit einen Kulturwandel: "Du brichst damit eine Barriere und bewirkst, dass Vermieter es früher oder später vielleicht sogar als selbstverständlich betrachten, dass ihnen potenzielle Mieter Geschenke mitbringen."