Drogen, Prostitution? Die organisierte Kriminalität setzt immer stärker auf den Handel mit illegalen Kulturgütern. Auch bei uns sind die Antiken sehr beliebt.

Es erstaunlich - nach dem Waffenhandel und dem Drogenhandel steht der Handel mit gestohlenen oder illegalen Kulturgütern auf Platz drei der organisierten Kriminalität. So finanziert sich zum Beispiel auch der IS mit dem Verkauf von antiken Statuen und Ähnlichem. Ein Thema auf einer Expertentagung in Berlin.

Wie dem Einhalt geboten werden kann? Gar nicht, wenn wir nur auf diejenigen schauen, die rauben, sagt Daniel Gerlach, einer der Herausgeber des Magazins Zenith. Und wer kauft die Antiken? Da sind zum einen die offiziellen Kunden. Oft sind sie ahnungslos, was sie da kaufen und oft auch ignorant, wo die Güter herkommen. Ihnen geht es darum, die Nachbarn mit einer Vitrine mit antiken Gütern zu beeindrucken.

Ein lukratives Geschäft

Eine ganz andere Liga sind Käufer die Antiken als Investitionsanlage betrachten. Ihre Objekte der Begierde: Kunst, die schon einmal in Deutschland verkauft wurde und eine einigermaßen glaubhafte Historie hat. Im Anschluss kann sie nämlich auf den großen Börsen oder Auktionshäusern in London oder New York gewinnbringend verkauft werden. Ein lukratives Geschäft, auch für Menschen, die nichts von Kunst verstehen.

Deutschland ist ein sehr attraktiver Standort für dieses Geschäft geworden."
Daniel Gerlach über Handel mit geraubten Kunstgütern

Und wenn alles mit rechten Dingen zugehen soll? Auch ein Museumsdirektor könne nicht ohne Weiteres feststellen, ob es sich um legale oder illegale Antiken handelt. Problematisch sind vor allem Antiken, die nicht in Museumskatalogen verzeichnet sind und von deren Existenz Experten allenfalls etwas geahnt haben, sagt Daniel Gerlach.

Das Einzige, was Käufer tun können - die Finger von Antiken lassen. Wie beim Drogenhändler gehe es darum, bei den mafiösen Strukturen und beim Endverbraucher anzusetzen, sagt Daniel Gerlach.

Es gibt viele Wege, auf denen die Antiken aus Syrien, dem Irak oder Ägypten nach Europa kommen. Ein beliebter Weg in den vergangenen Jahren: über Irak und Kurdistan in die Türkei. Außerdem lagert viel in Zollfreilagern in den Golfstaaten, auf Zypern oder in der Schweiz. In jedem Fall ist der Markt für Antiken groß - auch in Deutschland, sagt Daniel Gerlach. Auch weil fast nie ein illegaler Händler zur Rechenschaft gezogen werde.