Im 18. Jahrhundert verliert die britische Krone ihre Kolonien in Nordamerika. Die hatten vorher auch als Strafkolonien gedient. Jetzt muss ein neuer Ort für die Strafgefangenen gefunden werden. Eine Idee von James Cook wird aufgegriffen: Australien!

Nach langen und verlustreichen Kämpfen muss die britische Krone 1783 die Unabhängigkeit ihrer einstigen nordamerikanischen Kolonien akzeptieren. Mit einem Schlag verliert das British Empire seine koloniale Präsenz in Nordamerika. Und mehr noch: Bis dahin hatte das englische Königreich Strafgefangene mit langen Haftstrafen und einem anschließenden Landesverweis nach Nordamerika exportiert. Das geht nun nicht mehr.

Sträflinge auf Themse-Schiffen

Eine erste provisorische Lösung sind ausrangierte Schiffe, die am Ufer der Themse vor Anker liegen. Sie dienen eine Zeit lang als Unterkunft für die Gefangenen. Aber die hygienischen Zustände und die Angst der Anwohner vor Seuchen und Unruhen auf den Schiffen lassen den britischen Kolonialminister nach Alternativen Ausschau halten.

Eine Idee kommt von Entdecker und Weltenbummler James Cook. Er hatte kurz vor seinem Tod die Botany Bay in Australien als geeigneten Ort ins Spiel gebracht.

Die Flotte segelt nach Australien

Die sogenannte erste Flotte bricht am 13. Mai 1787 auf. Sie besteht aus elf Schiffen, auf denen sich 756 Gefangene, 550 Crewmitglieder und Wächter befinden. Sie steuern Teneriffa und dann Rio de Jainero an, wo Proviant an Bord genommen wird.

Weiter segelt die First Fleet dann über den Atlantik und um die Südspitze Afrikas. Günstige Westwinde treiben die Schiffe schließlich durch den Indischen Ozean in Richtung Australien, wo sie am 18. Januar 1788 nach langem Suchen einen günstigen Ankerplatz findet.

Der liegt nicht in der Botany Bay, wie von James Cook vorgeschlagen, sondern etwas weiter nördlich in einer Bucht namens Port Jackson. Zu Ehren des damaligen britischen Kolonialministers bekommt der Ort seinen Namen: Sydney. Die Ankunft der First Fleet, der in den kommenden Jahrzehnten noch viele folgen sollten, wird heute noch am "Australia Day" gefeiert.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Der Journalist Cay Radermacher berichtet über die erste der vielen Flotten, die nach Australien gefahren sind.
  • Der Schweizer Ethnologe Jürg Helbling erläutert das Verhältnis der australischen Aborigines zu den britischen Neuankömmlingen.
  • Die ARD-Korrespondentin Jennifer Johnston schildert, welche Spuren noch heute an die First Fleet und die britischen Strafgefangenen in Australien erinnern.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld erklärt, warum die Strafgefangenen überhaupt nach Australien gebracht wurden.
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Wiebke Lehnhoff schildert die achtmonatige Überfahrt von London nach Sydney.
In diesem Beitrag enthaltene Kapitel:
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Wiebke Lehnhoff schildert die achtmonatige Überfahrt von London nach Sydney.
  • Journalist Cay Radermacher berichtet über die erste der vielen Flotten, die nach Australien gefahren sind.
  • Der Schweizer Ethnologe Jürg Helbling erläutert das Verhältnis der australischen Aborigines zu den britischen Neuankömmlingen.
  • Die ARD-Korrespondentin Jennifer Johnston schildert, welche Spuren noch heute an die First Fleet und die britischen Strafgefangenen in Australien erinnern.
  • Eine Stunde History
  • Moderator:  Markus Dichmann
  • Gesprächspartner:  Matthias von Hellfeld, Deutschlandfunk Nova