Wie kommt ihr mental durch die Corona-Pandemie? Vielleicht können euch Horror- und Zombie-Filme durch die Krise helfen. Das zumindest behaupten dänische und US-amerikanische Forscher und Forscherinnen. Sie haben Freiwillige nach ihren Filmvorlieben befragt – und wie sie durch die Krisenzeit kommen. Der Kriminalbiologe Mark Benecke hat sich die Studie für uns angeschaut.

Befragt wurden über 300 Freiwillige von Psychologen und Psychologinnen der US-amerikanischen University Chicago und der Universität Aarhus in Dänemark. Die Ergebnisse der Studie gibt es hier.

Die Probanden wurden befragt, welche Filmvorlieben sie haben. Ganz generell. Im nächsten Schritt wurden sie gefragt, wie sie bislang durch die Pandemie gekommen sind. Mussten sie mit Ängsten kämpfen; hatten sie schlaflose Nächte; wie gut vorbereitet haben sie sich gefühlt?

Horror- und Zombie-Filme als Krisen-Vorbereitung

Die Studie zeigt, dass Menschen, die auf apokalyptische Filme stehen, auf die Pandemie scheinbar besser vorbereitet waren. Sie waren insgesamt weniger gestresst. Aber Horror-Film ist natürlich nicht gleich Horror-Film. Es gibt feine Unterschiede.

Deshalb wurden innerhalb der Studie die Fans noch mal in drei Filmgruppen beziehungsweise Genre unterteilt:

  • Alien-Invasions-Filme
  • reine Horror-Filme
  • Gothic- und Grufti-Filme

Heraus kam, dass diejenigen, die auf Horror-Filme pur stehen, während der Pandemie bislang recht entspannt waren, so Mark Benecke, Kriminalbiologe. Aber die Fans waren nicht mehr oder weniger stressempfindlich als die anderen Filmliebhaber. Sie stuften sich selbst auch nicht als mehr oder weniger gründlich auf die Krise vorbereitet ein.

"Die Horror-Fans sind sozusagen die Metaller: Die bleiben ruhig, aber der Rest ist ihnen egal."
Mark Benecke, Kriminalbiologe

Auch die Fans von Alien-Invasionsfilmen kommen insgesamt widerstandsfähiger durch die Krise. Aber die Angst vor dem Bösen, dem Fremden und allen mögliche Keimen, die bleibt, so Markus Benecke.

"Fans von Alien-Filmen regen sich zwar während der Pandemie nicht so stark auf, aber sie finden es auch nicht interessant."
Mark Benecke, Kriminalbiologe

Bleiben noch die Gruftis. Sie werden in der Studie als jene "mit Freude am Verfall" bezeichnet, so Mark Benecke. Auch sie sind generell unempfindlicher und stressresistenter. Aber im Gegensatz zu den Alien- und Horror-Fans können sie der Krise am ehesten noch etwas Positives - nämlich Spannung und interessante Situationen - abgewinnen.

Der Film "Contagion" wurde zum Hit

In der Coronakrise wurde insbesondere ein Film so häufig gestreamt wie kein anderer. Der Pandemie-Thriller Contagion, der schon 2011 apokalyptische Bilder beschwor, aber erst 2020 zum richtigen Hit wurde. Filmfans, die sich diesen Film angesehen haben, könnten nach Mark Benecke zumindest willens genug gewesen sein, sich für Krisenzeiten zu rüsten.