Die Digitalisierung von Führerscheinen, die die Firma Verimi im Auftrag der Bundesregierung anbietet, lässt sich mit einfachen Mitteln austricksen. Außerdem soll das Unternehmen die Bundesfinanzaufsicht Bafin getäuscht haben.

Eine sichere digitale Alternative für den Führerschein auf dem Smartphone gibt es weiterhin nicht. Auch die von dem Verifizierungs-Anbieter Verimi entwickelte App lässt sich leicht mit Bildbearbeitungssoftware austricksen. Wie einfach das ist, zeigt der deutsche IT-Sicherheitsforscher Martin Tschirsich auf Twitter.

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Im Prinzip soll die Verifizierung so ablaufen, dass Führerscheininhaber*innen Vorder- und Rückseite des Führerscheins abfotografieren und ein zusätzliches Selfie hochladen. Anstelle eines Menschen erledigt das sogenannte Post-ID-Verfahren aber eine Künstliche Intelligenz (KI). Sie überprüft, ob das eingesandte Selfie mit der Person auf dem Ausweis identisch ist.

Ausgetrickst mit Bildbearbeitung

Genau an dieser Stelle setze Martin Tschirsich an. Eigenen Angaben zufolge konnte er so weitere Führerscheine erstellen und sich die Schweizer Staatsbürgerschaft verschaffen.

"Bei einem Abgleich mit dem Führerscheinregister hätte man sicher sofort festgestellt, ob die Namen auf den erfundenen Führerscheinen existieren."
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Im Auftrag der Bundesregierung sollte der Verifizierungs-Anbieter Verimi eine neue Lösung entwickeln, nachdem Mitglieder vom Chaos Computer Club (CCC) 2021 Sicherheitsbedenken an dem Vorgängermodell des Unternehmens Digital Enabling geäußert hatten – offensichtlich ist das bislang nicht passiert.

Laut einem neuen Vorwurf soll das Unternehmen zudem die Bafin, also die Finanzdienstleistungsaufsicht, die unter anderem Banken, Versicherungen und den Handel mit Wert-Papieren auf Richtigkeit überprüft, getäuscht haben.

Bei der Einführung des Online-Bezahldienstes Verimi Pay soll das Unternehmen "gehörig getrickst" haben, um auf die 2.000 benötigten Überweisungen für den Bafin-Nachweis zu kommen. Das berichtet das Fachportal heise online.