Apple Musik startet. Noch ein Musik-Streaming-Dienst. Eigentlich braucht den niemand mehr, es gibt schließlich schon Spotify, Jay Zs Tidal oder Google Play Music. Der Service wird das Musikbusiness aber trotzdem ordentlich durcheinanderwirbeln.

Apple Music will rund 30 Millionen Songs, basierend auf den Beständen von iTunes, anbieten. Drei Monate lang ist das erst mal kostenlos, danach soll es in Deutschland 10 Euro im Monat kosten. Und damit ist der Konzern auf einen Schlag eine gewaltige Marktmacht im Reigen der Streaming-Dienste: Schon seit vier Jahren ist Apple mit iTunes der weltweit größte Musikverkäufer. Vor einem Jahr gab es etwa 800 Millionen Accounts. Und diese Leute sind jetzt mit einem Klick auch bei Apple Music.

"Apple ist Trendsetter, grundsätzlich und immer, aufgrund ihrer Geschichte und ihrer Größe. Apple Music ist also ein Einschnitt für das gesamte Musikbusiness."
Heiko Behr, Musikjournalist, über Apple Music

Apple will sich mit drei Merkmalen mit den Konkurrenten von Spotify und Co. anlegen.

  1. Playlists, die tatsächlich von Menschen zusammengestellt werden
  2. Der neue digitale Radiosender 24/7 Global Radio
  3. Mit Connect müssen Musiker ihre Songs nur noch an einer Stelle hochladen und können von dort mit Fans kommunizieren

Vor allem Connect ist ein Riesenunterschied zur Konkurrenz. "Apple hat eben die Marktmacht", sagt der Musikjournalist Heiko Behr, "die brauchen Streaming nicht zum Überleben, sondern pushen damit noch den Verkauf ihrer Endgeräte."

Die Frage der Musiker: Was bleibt für uns?

Die Musiker hat der ganze Apple-Plan erst mal nervös gemacht: Für sie dürfte damit langfristig iTunes als wichtiger Absatzmarkt wegbrechen, denn wer bei Apple Music Songs streamt, der wird sie sich nicht mehr kaufen. Im besten Falle gibt es für sie eine Verschiebung der Einkünfte. Apple will um die 12 Prozent Tantiemen an Musiker und Bands zahlen. Wie viel die Musiker aber konkret in dieser Anfangszeit verdienen werden, bleibt wie so oft bei Apple intransparent.

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