Zwischen Apple Music, Spotify und Tidal tobt ein Kampf. Leidtragende sind vor allem die Künstler und wir, die Musik-Konsumenten.

Der Streit der Musikgiganten geht in eine neue Runde. Wie Bloomberg berichtet, benachteiligt Spotify gezielt Künstler, die Exklusiv-Deals mit Apple abgeschlossen haben. So werden Tayler Swift, Drake oder Frank Ocean von Spotify nicht mehr besonders prominent gefeatured. Für Drake ist das jetzt nicht so schlimm. An der Comeback-Single "Rise" von Katy Perry werden die Auswirkungen aber ziemlich deutlich.

Denn die erste Single von Katy Perry nach zwei Jahren war zunächst eine Woche lang exklusiv nur bei Apple Music zu hören, bevor sie zu Spotify kam. Bei Spotify ist ihr Titel aber dann mal so richtig untergegangen. Und das, obwohl "Rise" laut Musicbusinessworldwide echtes Hitpotenzial hatte. In den USA hat der Song es gerade mal auf Platz 11 der Billboard Hot 100 geschafft. In Großbritannien war es gerade mal Platz 25 - da macht Streaming bereits 80 Prozent des Musikmarktes aus.

Praktisch ausgelistet

Spotify boykottiert die Titel, indem sie nicht mehr auf den Top-Playlists erscheinen. Dazu gehört zum Beispiel Today's Top Hits mit zehn Millionen Followern. Stattdessen tauchte "Rise" nur ein mal in der Liste "Pop Rising" auf mit lediglich 450.000 Followern. Es ist also nicht ganz unwichtig, von Spotify auch richtig gefeatured zu werden, wenn ein Song erfolgreich sein soll.

Die Künstler stecken damit in einer echten Zwickmühle. Entweder sie schließen einen Exklusiv-Vertrag mit Apple Music, dann werden sie in jedem Fall stärker an den Einnahmen beteiligt, dafür aber von Spotify quasi ignoriert. Oder sie verzichten auf diese Exklusiv-Einnahmen und sind damit wesentlich abhängiger - sowohl von Apple Music als auch von Spotify.

Insider-Infos über gezielte Manipulation

Gegenüber Bloomberg sagte eine anonyme Insider-Quelle außerdem, Spotify würde Titel von Exklusiv-Künstlern anderer Dienste auch in der Suche geradezu beerdigen. Das Ganze soll schon seit einem Jahr so laufen. Spotify selbst bestreitet die Manipulationen. Zumindest die Benachteiligung bei der Suche sei "eindeutig falsch", so der Musikstreamingdienst. Zu den Playlists hat Spotify sich nicht geäußert.