Mit Apple TV+ kommt der nächste Streamingdienst auf den Markt. Da fragen wir uns: Wer soll sich das alles noch leisten? Netflix und Amazon Prime haben viele abonniert, manche vielleicht noch Sky. Immerhin: Apples TV+ kostet nur 4,99. Eine klare Kampfansage.

Wenn Netflix und Amazon Prime leer geguckt sind, können wir jetzt endlich auf den nächsten Streamingdienst gehen: Apple TV+. Der kommt am Freitag (1.11.2019) auf den Markt und kostet 4,99 Euro im Monat. Das ist verglichen mit den anderen Streamingdiensten recht günstig. Dafür gibt es aber zunächst auch nur neun Produktionen: Acht Serien und Filme sowie eine Doku.

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Apple setzt im Streamingmarkt auf Klasse statt Masse

Apple wolle mehr auf Klasse als auf Masse setzen, heißt es. Wenn man sich die Produktionskosten anschaut, mag man das glauben, denn allein für diese neun Produktionen hat Apple sechs Milliarden Dollar ausgegeben. Ziemlich viel, wenn man sich zum Vergleich Netflix anschaut, das pro Jahr rund zwölf Milliarden ausgibt, aber dafür pro Monat drei mal so viele Produktionen an den Start bringt.

Apples Strategie: Schnell wachsen

Für unseren Deutschlandfunk-Korrespondenten im Silicon Valley, Marcus Schuler, ist Apples Strategie klar: Der Neueinsteiger auf dem TV-Streaming-Markt will möglichst schnell wachsen und zum ernsthaften Konkurrenten für die Platzhirsche werden. Darum der günstige Preis.

"Für Apple ist es erst einmal wichtig, viele Leute an sich zu binden. Für die weiteren Monate sind dann weitere Produktionen geplant."
Marcus Schuler, Deutschlandfunk-Korrespondent im Silicon Valley

Nicht nur der günstige Preis kann als Kampfansage an die anderen Anbieter auf dem Markt verstanden werden, sondern noch eine weitere Idee: Apple will allen Kunden, die sich ein Apple-Produkt kaufen, ein Jahr lang Apple TV+ kostenlos anbieten. Bei 245 Millionen verkauften Produkten pro Jahr dürfte das Abo-Kunden-Konto also sehr schnell wachsen, so Marcus Schuler.

"Wenn du 245 Millionen Geräte im Jahr verkaufst, und es zu jedem Gerät ein TV-Abo dazu gibt, wirst du schnell groß und relevant."
Marcus Schuler, Deutschlandfunk-Korrespondent im Silicon Valley

Marcus Schuler meint, dass es Apple zunächst nicht um große Gewinne mit seinem Streamingdienst geht. Vermutlich hoffe das Unternehmen, dass durch den niedrigen Einstiegspreis viele sagen: "Ach komm, dann nehme ich Apple noch mit dazu". Ist der Kundenstamm erst einmal da, sei es durchaus denkbar, dass Apple in ein, zwei oder drei Jahren den Preis hochschraubt.

Mehr Konkurrenz auf dem Streamingmarkt: Wer hält sich?

Apple ist übrigens nicht der einzige Neuzugang auf dem Streamingmarkt. Mitte November startet auch Disney ein neues Angebot, zunächst in den USA, Kanada und den Niederlanden. In Deutschland wird es sicher erst nächstes Jahr kommen, so Marcus Schuler. Er glaubt aber nicht, dass sich die Streamingdienste durch die gewachsene Konkurrenz in absehbarer Zeit preislich unterbieten.

Die spannende Frage sei jedoch, wie sich die jeweiligen Anbieter im Markt halten werden: Apple verdient allein durch den Verkauf seiner Geräte viel Geld, Amazon hat den Onlinehandel als Standbein, Disney produziert Kinofilme. Nur Netflix habe kein zweites Standbein – sei dafür aber der teuerste Anbieter auf dem Markt, so Marcus Schuler.