Nur 12 Prozent der Deutschen gehen gerne ins Büro. Viel zu wenige finden wir bei DRadio Wissen. Wir arbeiten übrigens im Großraumbüro. Und fragen uns: Wie geht es euch? Seid ihr eher der Typ Großraum-, Einzel- oder Dreierbüro?

Manche Menschen sind für das Großraumbüro geradezu wie gemacht: Sie sind kommunikativ, können sich konzentrieren, wenn um sie herum sieben Personen gleichzeitig telefonieren und sie haben kein Problem damit, alle fünf Minuten von der Seite angequatscht werden. Einer, der damit ein Problem hat, ist Dragan. Er ist Ingenieur und teilt sich sein Büro mit sieben anderen Kollegen: "Man hat in einem Ingenieursjob oft Stress und wenn einer laut telefoniert, dann vergisst der, dass da noch sieben andere sitzen. Das kann schon störend sein."

Großraum = billige Lösung

Darum gibt es in Dragans Unternehmen mittlerweile einen Konferenzraum, in dem die Mitarbeiter in Ruhe telefonieren können. Für viele Unternehmen sind Großraumbüros einfach die billige Lösung: Viele Mitarbeiter auf wenig Platz unterbringen. Optimal ist das nicht, sagt der Karriereberater Martin Wehrle.

"Jeder Mensch braucht ein eigenes Revier, wenn er dieses Revier nicht hat, wenn alles auf ihn eindröhnt, dann fällt es ihm natürlich schwer, sich zu konzentrieren und sich zu entspannen.“
Martin Wehrle über die Nachteile des Großraumbüros

Der Vorteil des Großraumbüros: Die Mitarbeiter bekommen alles mit, sie können sich unterhalten, sie wachsen zusammen, sagt Maike, die in einer Online-Marketing-Firma arbeitet.

"Im Großraumbüro ist es gut, weil man die Leute direkt da hat. Man kann die direkt fragen. Es ist gute Stimmung, man kann sich unterhalten."
Maike über die Vorteile des Großraumbüros

Einzelbüros für Chefs und Introvertierte

Andere Menschen wie Arne brauchen zum Arbeiten die totale Einsamkeit. Arne ist Versicherungsmathematiker und liebt die Ruhe in seinem Einzelbüro. Martin Wehrle, der Karriereberater, sagt, dass es zwei Typen gibt, die auf jeden Fall im Einzelbüro besser aufgehoben sind: Chefs und introvertierte Menschen.

Stress im Doppelbüro

Richtig stressig kann es im Zweier- oder Dreierbüro werden. Wenn die Mitarbeiter, die den Raum teilen, sich nicht verstehen. Martin Wehrle erzählt, dass er einmal von einem Unternehmen gerufen wurde, in dem sich zwei Mitarbeiterinnen ein Büro teilen mussten und sich partout nicht einige waren, ob sie das Fenster auf Kipp stellen oder ganz schließen.

"Da saßen zwei Mitarbeiterinnen in einem Büro und die konnten sich nicht einigen, ob ein Kippfenster geschlossen oder geöffnet wird. Sie kommunizierten darüber per Mail - von einer Schreibtischseite zur anderen, so hatten die sich in den Haaren."
Martin Wehrle über ungünstige Paarungen im Zweierbüro

Martin Wehrle rät Unternehmen, dass sie ihren Mitarbeitern verschiedene Möglichkeiten bieten: "Es gibt Firmen, die darauf reagieren. Die bieten ihren Mitarbeitern an: Wenn ihr Arbeiten habt, für die ihr euch konzentrieren müsst, zieht euch in speziell dafür angelegte Einzelbüros zurück."