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Für den Traumjob würden viele in Ausland gehen. Das war früher jedenfalls so. Doch die Bereitschaft, sich Arbeit außerhalb Deutschland zu suchen, sinkt.

Der Job in der hippen Marketing-Agentur in New York, unterrichten an einer Schule in Sydney, jobben im exquisiten Weinhandel in Portugal. Eigentlich sind das für viele Menschen Traumjobs. Doch Arbeiten im Ausland ist wegen der Corona-Pandemie ziemlich ausgebremst.

Mehrere Jobbörsen haben weltweit mehr als 200.000 Arbeitnehmende befragt, ob sie sich Arbeit im Ausland vorstellen können. Das Ergebnis für Deutschland: Für ungefähr 45 Prozent der Befragten ist das eine Option.

Stepstone-Chef: Die Mobilität sinkt

Das klingt nach gar nicht so wenig. Aber: Die Umfrage gab es so ähnlich schon vor drei Jahren und vor sieben Jahren. Seitdem ist weltweit die Bereitschaft und der Wunsch gesunken, für den Job ins Ausland zu gehen. 2014 lag ihr Anteil mit 64 Prozent noch deutlich höher.

Der Chef des Jobportals Stepstone hat dafür eine Erklärung: "Ein Grund dafür, dass die Mobilität der Deutschen abnimmt, ist sicherlich die Pandemie", sagt Sebastian Dettmers. "Das ist ein Phänomen, das wir in Deutschland beobachten, aber auch in der ganzen Welt."

"Deutschland liegt auf Platz vier als erstes nicht-englischsprachiges Land. Ich finde, das ist ein hervorragendes Ergebnis und zeigt, wie attraktiv Deutschland nach wie vor bei Ausländern ist.
Sebastian Dettmers, Stepstone

Es gibt immer noch ein paar Lieblingsländer, in denen deutsche Arbeitnehmende gerne arbeiten würden:

  1. Schweiz
  2. Österreich
  3. USA
  4. Kanada
  5. Niederlande
  6. Großbritannien

Die Gründe für diese Favoriten seien klar, Sebastian Dettmers: Die Sprachbarrieren seien hier besonders niedrig. "In Österreich und in der Schweiz spricht man Deutsch, danach folgen die Vereinigten Staaten und Großbritannien, in denen Englisch gesprochen wird."

Umgekehrt ist Deutschland ein sehr beliebtes Land für Arbeitsuchende und landet auf Platz vier hinter Kanada, USA und Australien als ersten nicht-englischsprachiges Land. "Ich finde, das ist ein hervorragendes Ergebnis und zeigt, wie attraktiv Deutschland nach wie vor bei Ausländern ist", sagt der Stepstone-Chef.

Aber müssen wir eigentlich noch im Ausland arbeiten, wenn viele Menschen für die Arbeit nicht einmal mehr das Haus verlassen? Bei der Umfrage der Jobportale wurden vor allem Menschen mit Uni-Abschluss befragt. "Das sind also Leute, die tendenziell auch eher Jobs haben, die man am Computer macht", sagt Matthis Dierkes. "Das geht ja theoretisch von überall."

"In Deutschland legen wohl noch viel mehr Menschen Wert darauf, direkt mit anderen zusammenzuarbeiten."
Matthis Dierkes, Deutschlandfunk Nova

In der Studie wurde auch gefragt, wer bereit wäre, komplett im Homeoffice zu arbeiten, also Remote für eine Firma, die in einem ganz anderen Land sitzt. Ein paar Ergebnisse, wie viele Menschen in welchen Ländern darauf Lust hätten:

  • 84 Prozent in Mexiko
  • 71 Prozent in Polen
  • 47 Prozent in Deutschland

Mehr als die Hälfte der Befragten in Deutschland wäre also nicht bereit, ausschließlich im Homeoffice zu arbeiten.