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Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie arbeiten viele Menschen aus dem Homeoffice. Einige möchten das auch nach der Pandemie beibehalten. Eine hundertprozentige Rückkehr zum Alltag vor Corona wird es nicht geben, berichtet Deutschlandfunk-Nova-Landeskorrespondentin Katharina Thoms aus Baden-Württemberg.

Die weltweite Corona-Pandemie dominiert das Leben der Menschen seit mehr als einem Jahr. Viele Menschen arbeiten vom heimischen Schreibtisch, um die Verbreitung des Corona-Virus zu verringern. Zusammen mit der Impfkampagne führten die Maßnahmen zu sehr niedrigen Inzidenzwerten. Aktuell steigt die 7-Tage-Inzidenz wieder. So wird eine baldige Rückkehr ins Büro unwahrscheinlicher – auch wenn sie nicht ausgeschlossen ist. Doch welche Strategie planen Unternehmen?

Umfang der Dienstreisen soll nach Corona reduziert werden

Katharina Thoms hat die Firmen Audi, Bosch und Daimler zum Thema Dienstreisen befragt. Die Firmen erklärten, dass es Dienstreisen so wie früher erst einmal nicht mehr geben wird.

"Die Begründung dafür ist, dass man bemerkt hat, wie viel Zeit man sparen kann, wenn man die Arbeit aus der Entfernung per Videokonferenz macht."
Katharina Thoms, Deutschlandfunk-Nova-Landeskorrespondentin in Baden-Württemberg

Der Autohersteller Audi sagte Katharina Thoms, das Unternehmen ist froh, wenn Mitarbeitende nicht mehr so viele Stunden im Auto oder Flugzeug verbringen.

"Audi hat einen Shuttleflieger, der zwischen den Standorten Ingolstadt und Braunschweig unterwegs ist. Der flog vor der Pandemie dreimal morgens und dreimal abends. Aktuell fliegt der nur zweimal pro Woche."
Katharina Thoms, Deutschlandfunk-Nova-Landeskorrespondentin in Baden-Württemberg

Landeskorrespondentin Katharina Thoms schränkt ein, dass es nicht so bleiben werde. Die Firma Audi hat aber festgestellt, dass sich durch weniger Fahrten Geld sparen lässt. Auch der Aufwand für Meetings sei in Videokonferenzen geringer.

"Man braucht nicht extra Räume, Catering und einen großen Ablaufplan. Das geht eben doch einfacher. Letztlich ist die Erkenntnis bei Audi wie bei vielen Unternehmen auch, dass per Videokonferenz sehr viel möglich ist."
Katharina Thoms, Deutschlandfunk-Nova-Landeskorrespondentin in Baden-Württemberg

Auch andere Firmen, die aktuell im Homeoffice sind, planen anders als vor Corona. Daimler teilte mit, dass die Firma aktuell wenig Dienstreisen macht. Das wolle Daimler im Juli so beibehalten, hieß es. Und auch Bosch wolle weniger Dienstreisen durchführen, so Thoms. "Bosch sagte mir: 'Wir werden ein Drittel weniger reisen als vor Corona, wenn die Pandemie vorbei ist.'"

Die Personalchefin von Audi sagte Katharina Thoms, dass hinter der Überlegung weniger Dienstreisen zu machen, ein demokratischer Gedanke stehe. Niemand solle dadurch benachteiligt werden, dass oder sie fünf Stunden Büroarbeit macht, anstatt fünf Stunden im Auto zu sitzen.

Audi plant inzwischen zu einem sehr großen Teil in der digitalen Welt, sagt die Landeskorrespondentin. Prototypen baut der Autohersteller mittlerweile in einer virtuellen Montagehalle.

"Ich hab das ausprobiert mit VR-Brille und zwei Controllern in der Hand. Das ist so wie beim Zocken. Der Kollege oder die Kollegin aus Neckarsulm in Baden-Württemberg reicht mir ein Rücklicht. Ich stehe in Ingolstadt in Bayern. Und probiere einfach aus, was funktioniert."
Katharina Thoms, Deutschlandfunk-Nova-Landeskorrespondentin in Baden-Württemberg

Zwei Autos wurden mit dieser Arbeitstechnik konzipiert, berichtet Katharina Thoms. Unter anderem mit einem Werk in Mexiko. Das nächste Auto wird zusammen mit dem Werk in Ungarn schon konzipiert. Das soll in Zukunft so bleiben, so Katharina Thoms.

Die Arbeitgeber-Vereinigung Südwestmetall hat 17 mittelgroße Unternehmen befragt, wie sie in Zukunft mobiles Arbeiten handhaben wollen. Zwei bis drei Tage im Homeoffice wollen die befragten Unternehmen den Arbeitnehmenden ermöglichen, berichtet Katharina Thoms.

Auch Unternehmen aus dem Mittelstand wollen zukünftig weniger reisen. Mehr als jede zehnte Reise solle in Zukunft eingespart werden, gaben befragte Unternehmen an.

"Es ist ganz klar, dass das so vor der Pandemie nicht denkbar gewesen wäre."
Katharina Thoms, Deutschlandfunk-Nova-Landeskorrespondentin in Baden-Württemberg