Das Studium endlich geschafft – und dann kein Job. Ein Szenario, das Studierenden zunehmend durch den Kopf geht, zeigt eine Umfrage. Die Wirtschaft schwächelt, die KI verändert Berufe. Das verändert auch die Prios.

Immer mehr Studierende blicken eher pessimistisch darauf, nach ihrem Bachelor oder Master einen Job zu finden.

Das zeigt eine Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. "Zwölf Prozent der Befragten haben angegeben, dass sie besorgt auf den Berufseinstieg blicken", sagt unsere Reporterin Nora Wilker. 2024 waren es noch sechs Prozent.

Mehr Unsicherheit, den passenden Job zu finden

Knapp 40 Prozent der Befragten rechnen sicher damit, schnell einen passenden Beruf zu finden. Zwei Jahre zuvor waren es noch 55 Prozent, die sich zuversichtlich zeigten. Für die Umfrage hat das Marktforschungsinstitut EY mehr als 2000 Studierende online befragen lassen.

Es ist klar, dass KI und Digitalisierung die Arbeitswelt verändern werden. Oder es auch schon tun. Das schafft Ungewissheit.

Juristische Texte mit KI schreiben lassen

Der Einsatz von KI mache ihm Sorgen, sagt Benjamin, er studiert in Berlin. "Das ist krass, dass mittlerweile Leute mit KI ihre eigenen Klagen schreiben. Das ist echt eine Sorge, die ich gerade habe." Für angehende Jurist*innen kann die KI so teilweise zur Konkurrenz werden.

"Vor allem mit der KI hat man die Sorge, dass man keinen Job findet."
Benjamin, Student

Die Umfrage zeigt auch, dass für die Befragten die Jobsicherheit der wichtigste Faktor für die Arbeitgeberwahl ist. "Mehr als die Hälfte wollen einen sicheren Arbeitsplatz", sagt Nora Wilker. "Danach kommen der Faktor Gehalt und auf Rang drei flexible Arbeitszeiten."

2024 sah das Ranking noch anders aus: Da lag der Faktor Gehalt auf Platz eins, vor der Jobsicherheit.

"2025 lag die Arbeitslosenquote der Hochschulabsolventen insgesamt bei 3,3 Prozent. So hoch war die Quote seit Jahren nicht."
Nora Wilker, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Mit ein Grund dafür dürfte die Entwicklung des Arbeitsmarkts sein. 2025 betrug die Arbeitslosenquote von Akademiker*innen im Jahresdurchschnitt 3,3 Prozent. Vor der Corona-Pandemie waren es noch 2,1 Prozent, sagt unsere Reporterin.

Betroffen sind inzwischen auch Fachrichtungen wie Ingenieurwissenschaften. Dabei galten diese lange Zeit als sichere Wahl, so Nora Wilker.

Shownotes
Arbeitsmarkt
Studierende sorgen sich um Jobaussichten
vom 09. Juni 2026
Moderation: 
Till Haase, Sebastian Sonntag
Gesprächspartnerin: 
Nora Wilker, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin