Der Suchtstoff des Workaholics ist die Arbeit. Das ist wesentlich abstrakter als Alkohol und andere Drogen. Ziemlich konkret sind aber die körperlichen und gesundheitlichen Folgen der Arbeitssucht. Denn der Stress, schädigt die Organe. Mit manchmal tödlichen Folgen.

Am 15. August 2013 stirbt ein 21jähriger Praktikant des Kreditinstituts Merrill Lynch. Offiziell an den Folgen eines epileptischen Anfalls. Als Auslöser für diesen Anfall wird allerdings eine andere Ursache vermutet. Der in Bankerkreise gehypte Moritz Erhardt soll 72 Stunden durchgearbeitet haben. Dabei soll er drei Mal durch den "magischen Kreisverkehr" gefahren sein.

Der "magische Kreisverkehr" ist Bankersprech und heißt so viel wie: die Nacht durcharbeiten, mit dem Taxi nach Hause fahren, duschen, frischen Anzug an und in das gleiche Taxi wieder einsteigen, um den neuen Arbeitstag zu beginnen. Nach drei Tagen ohne Schlaf ist Moritz Erhardt dann mit einem epileptischen Anfall in der Dusche zusammengebrochen und ertrunken.

Extremfall für Europa

Natürlich ist Moritz Erhardt ein Extrembeispiel. Auch weil er sehr jung gewesen ist. Aber Studien belegen einen Zusammenhang zwischen zu viel Arbeit und einem frühen Tod. Todesursachen sind in der Regel Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Aber auch Selbstmord als Folge einer Depression durch Überarbeitung gehört dazu. Anders als in Japan ist die Arbeitssucht oder gar der Tod als Folge einer Arbeitssucht noch nicht anerkannt.

"Das sind sicher in Deutschland extreme Ausnahmefälle, weil wir uns solchen extremen Arbeitsbedingungen selten aussetzen. In Japan ist Tod durch Arbeit bekannt als eigenes Krankheitsbild."
Joachim Fischer, Mannheim Institute of Public Health