Wir wollen viel Freizeit haben, um uns zu verwirklichen, gleichzeitig möchten wir aber auch gut verdienen. Nehmen wir an, wir können uns die Zeit selber einteilen. Was wäre die Lösung?

Wenn wir von acht Stunden Arbeit ausgehen, an fünf Tagen pro Woche, dann landen wir bei 40 Stunden. Die Frage: Macht es Sinn, diese 40 Stunden anders zusammen zu würfeln? Wir könnten ja auch an vier Tagen jeweils zehn Stunden arbeiten. Und hätten dann drei Tage frei. Oder wir arbeiten vier Tage jeweils neun Stunden und haben dann ab Freitagmittag frei.

Freie Tage liebt jeder, aber die Bereitschaft, dafür an den anderen Tagen zehn Stunden zu arbeiten, die ist nicht besonders ausgeprägt. Das jedenfalls stellt unser Reporter bei einer kleinen Umfrage fest. Und selbst wenn wir das gerne tun würden, dann gäbe es für uns gewisse Grenzen: nämlich das Arbeitszeitrecht.

"Ich kann zehn Stunden arbeiten, aber dann sagt der Gesetzgeber, dass ich nach einem Ausgleichszeitraum von sechs Monaten wieder die Arbeitszeit von acht Stunden erreichen muss."
Ufuk Altun, Arbeitswissenschaftler

Ufuk Altun ist Arbeitswissenschaftler. Er würde nur zehn Stunden oder mehr arbeiten, wenn es wirklich gute Gründe dafür gibt: Familiäre etwa, wenn jemand über weite Strecken pendeln muss oder parallel eine Fortbildung macht. Aber das klingt dann auch nicht mehr nach freien Tagen als Ausgleich.

Lange Arbeitstage schaden der Gesundheit

Mehr als acht Stunden arbeiten pro Tag über einen längeren Zeitraum - Allard Dembe, Professor für öffentliche Gesundheit an der Ohio State University, hat dazu geforscht und kommt zu dem Schluss: Es schadet. Kurzfristig entsteht ein höheres Unfallrisiko am Arbeitsplatz. Langfristig ist die Wahrscheinlichkeit, am Herzen zu erkranken dreifach höher. Das Gleiche gilt für Diabetes, Arthritis oder Krebs.

Wenn also Reduzieren nicht geht, dann möglichst gleich verteilen. Vielleicht ein wenig umschichten, um am Ende etwas Luft zu haben: Jeden Tag ein bisschen mehr arbeiten und freitags dann früh ins Wochenende gehen.