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Sexismus, also die bewusste oder unterbewusste Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, kann uns überall begegnen. In der Schule, auf der Straße, in der Werbung, auf der Arbeit oder im Freundeskreis. Wie wir darauf reagieren können, besprechen wir in "Eine Stunde Liebe".

Sexismus betrifft nicht Frauen, sondern Menschen jeden Geschlechts. Und die Grenze zu sexueller Gewalt kann fließend sein. Oft ist man in einer Situation, in der man selbst oder eine andere Person Sexismus erlebt, erst mal sprachlos. Vielleicht aus Überforderung oder Unsicherheit, weil man sich fragt: Reagiere ich übertrieben? Möglicherweise scheuen wir aber auch die Konfrontation, indem wir unsere Beobachtung ansprechen.

Was wir als Sexismus empfinden, ist individuell

Das ist eine völlig normale Reaktion, sagt Amra Kasapovic. Sie arbeitet als Sozialpädagogin bei infrau e.V. und bietet unter anderem Workshops dazu an, wie man Sexismus erkennen, benennen und dann entsprechend handeln kann.

Was als sexistisch empfunden wird, kann total individuell sein. Was für die eine Person ein lustiger Spruch ist, geht für die andere Person gar nicht. Das hängt unter anderem auch davon ab, wie man sozialisiert worden ist.

"Ganz wichtig dabei ist, dass immer die Person selbst bestimmt, was für sie sexistisch ist und was nicht. Wir haben ein ganz individuelles Gespür dafür, was diese Grenzverletzung darstellen kann."
Amra Kasapovic, Sozialpädagogin

Genau das geht auch aus der Studie "Sexismus im Alltag" hervor. Die hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Juni 2020 herausgegeben. Und in dieser Studie wurde das erste Mal repräsentativ festgestellt: Sexismus wird "als ein relevantes Phänomen in der Bevölkerung wahrgenommen". Wie Sexismus erlebt wird, unterscheidet sich aber zum Beispiel je nach gesellschaftlichem Milieu.

In Eine Stunde Liebe erklärt Amra, warum es wichtig und hilfreich sein kann, Sexismus-Erfahrungen auch im Nachhinein zu besprechen und wie wir uns in bestimmten Situationen verhalten können, die wahrscheinlich viele Menschen kennen. Zum Beispiel, wenn wir abends auf dem Heimweg angesprochen und genervt werden.

Hilfe bei Sexismus und sexueller Gewalt

Wenn ihr selbst von Sexismus oder sexueller Gewalt betroffen seid: holt euch Hilfe. Eine erste Anlaufstelle können zum Beispiel das Hilfetelefon, das Hilfsportal Missbrauch oder die Telefonseelsorge sein. Oder ihr kontaktiert die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, oder Infrau e.V.