In diesem Jahr gab es schon mehr als 450 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte. Eine ARD-Doku zeigt nun: In manchen Gegenden Deutschlands bestimmt Fremdenfeindlichkeit ganz klar den öffentlichen Diskurs.

Flüchtlinge, die in den vergangenen Wochen und Monaten nach Deutschland gekommen sind, treffen in der Bevölkerung auf viel Hilfsbereitschaft und Unterstützung - aber auch auf Hass und Ablehnung. Mehr als 450 Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte hat das BKA allein 2015 bereits gezählt - darunter auch viele Gewalttaten und Brandanschläge.

Regionale Unterschiede

In vier Städten, in denen Brandanschläge verübt wurden, haben die Journalisten Torsten Mandalka, Jo Goll und Olaf Sundermeyer über mehrere Wochen hinweg recherchiert. Die wichtigste Erkenntnis ist, "dass es Orte gibt, wie Meißen in Sachsen", sagt Olaf Sundermeyer. Dort sei die Stimmung gegen Flüchtlinge seit einem Jahr strategisch aufgeheizt worden und Fremdenfeindlichkeit bestimme mittlerweile ganz klar den öffentlichen Diskurs.

"In einigen Orten in Sachsen sagt die Polizei zu Flüchtlingen: Geht nicht auf die Straße."
Olaf Sundermeyer, Co-Autor der ARD-Doku "Dunkles Deutschland"

In anderen Gegenden hat sich Olaf Sundermeyer und seinen Kollegen ein anderes Bild geboten: Zwar gebe es zum Beispiel auch im Ruhrgebiet oder Bayern eine rechte Szene, der die steigenden Flüchtlingszahlen der vergangenen Monate Zulauf verschafft hätten - dort bleibt diese Szene laut Olaf Sundermeyer allerdings eher isoliert, findet also keine breite Bestätigung oder sogar Unterstützung aus der Bevölkerung.

Der Film "Dunkles Deutschland - Die Front der Fremdenfeinde" läuft heute (12.10.2015) um 22.45 Uhr in der ARD.