Schlau über Kunst reden ist ganz einfach: Gute Sachen sind "verstörend", schlechtes Zeug "beliebig". Manchmal auch umgekehrt. Was man sonst noch wissen muss, erklärt der Autor Christian Saehrendt.

Eine Kunstmesse wie die Art Cologne hat auch viel mit Karneval zu tun - oder zumindest mit einem gesellschaftlichen Schauspiel, erklärt Kunstexperte und Autor Christian Saehrendt. "Sammler ziehen was Teures an, bei Künstlern reicht auch eine Trainingsjacke." Obwohl Künstler sich eher selten auf die Messe trauen und die Verhandlungen lieber ihren Galeristen überlassen.

"Für Künstler ist die Messe in etwa so, als ob ein Rindvieh den Gang in den Schlachthof antreten müsste."
Christian Saehrendt, Kunstexperte und Autor des Buchs "Das kann ich auch! Gebrauchsanweisung für moderne Kunst"

Gerade für Normalsterbliche, so Christian Saehrendt, sinke bei Kunstmessen die Schwellenangst: "Die Galeristen können einem nicht entkommen. Man darf die dümmsten Sachen fragen." Es kann aber auch sein, dass man gar keine Antwort bekommt, wenn man sich nicht verhält wie ein ernsthafter Sammler. Hier einige Tipps: Feilschen geht gar nicht. Namedropping geht immer. Und am Besten, erklärt Christian Saehrendt, bringt man einen "wuseligen Berater" mit, der zumindest so wirkt, als hätte er Ahnung von Kunst. Häppchen und Sekt dürfen übrigens alle Besucher konsumieren.

Schlaue Sammler investieren in Kunststudenten

Vielleicht aber, sagt Christian Saehrendt, sei die Messe auch nicht der richtige Ort für angehende Sammler. Denn noch vor der Vernissage gibt es die Preview und "da kommen die VIPs und kaufen die besten Sachen weg.“ Insgesamt zähle der Geschmack am wenigsten. Und wer unbedingt ins Sammlergeschäft einsteigen wolle, sollte klein anfangen - und die Werke eines Kunsthochschulabsolventen kaufen. "Das ist wie in der Lotterie", erklärt Christian Saehrendt: Was heute noch billig ist, kann in einigen Jahren vielleicht sehr sehr teuer sein.