In Genf tagt derzeit die 18. Artenschutzkonferenz. Botswana, Namibia und Simbabwe haben den Antrag gestellt, den Schutz für Elefanten zu lockern und den Handel mit Elfenbein wieder zu erlauben. Dabei ist der Bestand der Elefanten insgesamt immer noch rückläufig.

Botswana hat nicht das Problem, dass es weniger Elefanten in dem Land gibt, sondern – im Gegenteil – die Population ist auf 135.000 Tiere gestiegen. Eigentlich eine schöne Entwicklung, sie bringt aber ganz andere Probleme mit sich, wie Jana Genth berichtet. Sie ist ARD-Korrespondentin für das südliche Afrika.

Botswana möchte die Elefantenpopulation gering halten. Deshalb sind pro Jahr 400 Elefanten zum Abschuss freigegeben. Denn aus Sicht der Regierung gibt es eine zu große Elefantenpopulation, die zu ständigen Konflikten zwischen Menschen und Tieren führt. Das Elfenbein wird verkauft, sagt Jana Genth. Offiziell besteht immer noch das Handelsverbot durch das Washingtoner Artenschutzabkommen.

Zwei Drittel der Elefanten leben in drei Ländern

In Botswana, Simbabwe und Namibia befinden sich zwei Drittel der gesamten Elefantenpopulation Afrikas. Auf einer relativ kleinen Fläche leben fast alle afrikanischen Elefanten, sagt Jana Genth. Ein Grund, warum es in den drei Ländern immer wieder zu Konflikten zwischen Tieren und Menschen kommt. Dabei gehe es um die Land- und Wassernutzung. Menschen und Tiere konkurrieren um Wasservorkommen und Elefanten trampeln manchmal Felder nieder.

Tierschützer sehen ebenfalls die Probleme in Botswana. Sie unterstellen der Regierung in Botswana nicht, dass sie nur wegen des lukrativen Elfenbeinhandels den Schutz für Elefanten lockern wolle. Den Regierungen von Namibia und Simbabwe werfen sie das aber vor. Die hätten "die Keller voll mit Elfenbein", sagt Jana Genth.

"Simbabwe und Namibia haben quasi die Keller voll mit Elfenbein."
Jana Genth, ARD-Korrespondentin für das südliche Afrika

Simbabwe und Namibia möchten das Elfenbein und die Stoßzähne von Nashörnern gewinnbringend verkaufen, sagt Jana Genth. Ihr Argument sei, dass sie mit dem Gewinn aus dem Elfenbeinverkauf soziale Projekte finanzieren könnten. Kritiker bezweifeln das im Fall von Simbabwe, weil das Land "wirtschaftlich am Abgrund" stehe und Korruption ein großes Problem sei, sagt Jana Genth.

Tierschützer fürchten weiteren Rückgang der Elefanten

Tierschützer fürchten, dass ein jährliches Kontingent an Elefanten, das zum Abschuss freigegeben wird, sich negativ auf die Population auswirken könnte. Die meisten Elefanten würden sich in Botswana, Namibia und Simbabwe befinden. Das hätte aber auch einen Grund, sagt Jana Genth.

Elefanten fliehen vor Abschuss

Ranger und Tierschützer hätten vor einigen Jahren festgestellt, dass die Elefanten die Gefahr durch Abschuss wahrnehmen und abwandern. Das wäre der Fall in Sambia gewesen, wo innerhalb kurzer Zeit Elefanten aus dem Land abgewandert seien. Dort waren die Elefanten bei Safari-Touristen beliebt, die die Tiere als Trophäen geschossen hätten, um sich danach mit ihnen zu fotografieren. Die Elefanten seien deshalb ins Nachbarland Botswana abgewandert.

"Elefanten sind alles andere als dumm. Sie merken: Hier bin ich in Gefahr, ich gehe lieber."
Jana Genth, ARD-Korrespondentin für das südliche Afrika

Botswana, Simbabwe und Namibia wollen sich den Abschuss von Elefanten und den Verkauf des Elfenbeins von der Artenschutzkonferenz in Genf absegnen lassen. Jana Genth glaubt aber, dass sie mit dem Antrag keinen Erfolg haben werden, weil die Länder des nördlichen Afrikas geschlossen dagegen seien.

Asiatische Länder sind für Elfenbeinhandel

Asiatische Länder werden sich eher für eine Legalisierung des Elfenbeinhandels aussprechen, weil Elfenbein auf den Märkten dort äußerst beliebt ist und horrende Summe dafür bezahlt werde, sagt Jana Genth.

Weltweit hätten Länder gegen die Lockerung des Schutzes von Elefanten protestiert, als Botswana bekannt gab, im Jahr 400 Elefanten abzuschießen. Deshalb glaubt Jana Genth, dass der Vorstoß von Botswana, Namibia und Simbabwe auf der der Artenschutzkonferenz keine Chance haben wird.

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen – Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Flora and Fauna (CITES) – hat Mitte der 70er Jahre ein Verbot für den Handel mit Elefanten-Elfenbein vereinbart. Seit über zehn Jahren ist der illegale Elfenbeinhandel und damit die Elefanten-Wilderei in Afrika dramatisch eskaliert.

Botswana hatte selbst 2014 ein Moratorium zum Schutz der Elefanten erlassen und den Abschuss von Elefanten verboten.