Das Leben im Big Apple ist teuer - für viele kaum erschwinglich. Weil New York aber seine Künstler braucht, startet die Stadt nun ein Wohnprojekt, speziell für sie.

New York ist immer eine Reise wert - wegen der Kunst, der Kultur. Aber was, wenn die Künstler sich ihre Stadt nicht mehr leisten können? Die Gentrifizierung ist in New York wie anderswo in vollem Gang. 5000 Dollar Miete für eine Art Wohnklo sind üblich. Für ein WG-Zimmer muss man mit rund 1000 Dollar rechnen. Und bezahlbare Wohnungen sind im Grunde gar nicht mehr zu bekommen.

Ohne Künstler keine Kunst

Die Stadt selbst will dem nun einen Riegel vorschieben - aus ganz strategischen Gründen. Die Kunst ist eine wichtige Jobmaschine in der Stadt. Und ein Großteil der Touristen, rund 56 Millionen pro Jahr, kommt wegen der Museen, der Broadwayshows, der Konzerte.

"You can't build a vibrant art ecosystem without including artists."
Tom Finkelpearl, Leiter des Kulturamts in New York

In den nächsten zehn Jahren will die Stadt um die 200.000 Sozialwohnungen neu schaffen - und speziell Künstlern weitere 1500 bezahlbare Wohnungen zur Verfügung stellen. Jamila Hooker ist eine der Glücklichen, die bereits jetzt in einer solchen Wohnung wohnt: Drei Zimmer in East Harlem für 1000 Dollar, in einem alten Schulgebäude, dem PS109, das umgestaltet wurde und nun als Wohnraum dient.

Frontansicht eines frisch renovierten Wohngebäudes.
© Christopher Lopez | Artspace
Aus einem alten Schul- wurde ein Appartement-Komplex.

Jamila kam vor sieben Jahren von Deutschland nach New York und hat mit ihrer Familie schon vorher in dem Viertel gewohnt. In der neuen Wohnung haben sie und ihr Mann jetzt nicht einfach nur mehr Platz. Sondern sie haben mehr Zeit für ihre Kunst - weil der finanzielle Druck nicht mehr so hoch ist und sie weniger nebenbei jobben müssen. "Wir haben echt im Lotto gewonnen!", sagt sie.

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