Tuberkulose gehört zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. Gerade die resistenten Formen sind sehr schwer behandelbar. Doch es gibt Hoffnung.

Pro Jahr erkranken etwa zehn Millionen Menschen weltweit an Tuberkulose. Und 1,5 Millionen Menschen sterben an der Infektionskrankheit. Das sind die offiziellen Zahlen der Weltgesundheits-Organisation WHO. Die Zahlen sinken zwar seit 1990, aber sind immer noch hoch. Besonders gefährlich sind dabei die resistenten oder sogar multiresistenten Formen der Tuberkulose. Das bedeutet, die Erreger sind resistent gegen die gängigen Antibiotika.

Nicht alle haben Zugang zu Medikamenten

Eine Behandlung kann dann nur mit drei der vier Medikamente parallel ablaufen und dauert in der Regel 20 Monate. Das halten aber bei Weitem nicht alle Patientinnen und Patienten durch. Denn die Nebenwirkungen sind heftig. Und nicht alle Menschen haben überhaupt Zugang zu Medikamenten.

Das gilt gerade für die Regionen, in denen Tuberkulose ein großes Problem darstellt. Dazu gehören auch die Regionen, in denen viele Menschen leben, die HIV-positiv sind – wie im südlichen Afrika. An sie wird unter anderem auch durch den Weltaidstag am ersten Dezember jedes Jahr erinnert.

"In Deutschland reden wir kaum von Tuberkulose, weil es hier kaum Tuberkulose gibt."
Sebastian Dietrich

"Neben dem südlichen Afrika gehören die Länder der ehemaligen Sowjetunion zu den Tuberkulose-Hot-Spots", sagt Sebastian Dietrich. Der Mediziner arbeitet bei der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe. Davor war er unter anderem für Cap Anamur und Ärzte ohne Grenzen im Einsatz. Dietrich war unter anderem im Balkan-Krieg, im Sudan und in Afghanistan – und hat dort Tuberkulose direkt erlebt und behandelt.

"Tuberkulose-Bakterien können sich sehr gut verstecken."
Sebastian Dietrich, Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe

In den vergangenen Jahren ist die Hoffnung auf eine einfachere und bessere Behandlung aber gewachsen. Im Jahr 2013 ist zum ersten Mal seit Langem ein neues Tuberkulose-Mittel auf den Markt gekommen, kurz darauf ein zweites und in diesem Jahr ein drittes. So besteht nun die Möglichkeit, diese drei Mittel als Kombination gegen die resistenten Formen der Tuberkulose einzusetzen.

Da die Medikamente aber einzeln zugelassen wurden, ist noch nicht gut erforscht, wie sie zusammenwirken oder welche Nebenwirkungen bei einer parallelen Einnahme auftreten. Diese Studien laufen zurzeit, erste Zwischenergebnisse bieten Anlass zur vorsichtigen Hoffnung. So könnte die Dauer der Behandlung in absehbarer Zeit deutlich sinken.

"Im Moment überwiegt ein bisschen Hoffnung."
Sebastian Dietrich, Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe