Auf einen Termin beim Arzt müssen wir in manchen Fällen lange warten. Und wenn wir dann dran sind, wissen wir nicht, wie wir in der kurzen Zeit all das ansprechen sollen, was uns Beschwerden bereitet. Ein Hausarzt gibt Tipps, was ihm beim Diagnostizieren hilft.

Wie geht es dir? Manchmal können wir diese Frage gar nicht so einfach beantworten und brauchen Zeit. Wenn uns unsere Hausärztin oder unser Hausarzt diese Frage stellt, ist die Zeit oft aber knapp.

Im Durchschnitt dauert ein Termin beim Arzt weniger als acht Minuten. Zu dem Ergebnis kamen Forschende der Universität Cambridge schon 2017 in einer Studie. Dann zu wissen, wie wir unser Anliegen oder unsere Beschwerden gut rüberbringen, kann schwer sein.

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Hausarzt Malik Böttcher beobachtet, wie manche seiner Patient*innen schon mit einer Liste von Beschwerden und Symptomen zu einem Termin in seine Praxis kommen, die sie dann mit ihm abarbeiten möchten.

"Man sollte nicht versuchen, den ganzen Körper an einem Tag zu heilen, sondern Stück und Stück vorgehen."
Malik Böttcher, Hausarzt, über das Verhalten in Sprechstunden

Grundsätzlich findet er es hilfreich, wenn sich Menschen auf den Praxistermin vorbereiten, sagt er. Es ist aber auch wichtig, den behandelnden Ärzt*innen zu vertrauen. Durch das Abarbeiten so einer Liste "verlässt man auch ein bisschen den diagnostischen Pfad, den der Arzt normalerweise einschlägt. Dadurch werden vielleicht auch nur die Sachen von der Liste erwähnt und andere Punkte bleiben aus", sagt er.

Ruhe, Vertrauen, Fokus

Der Arzt empfiehlt, erst mal von den Symptomen oder Beschwerden zu erzählen, die einem in dem Moment am wichtigsten erscheinen. Also selbst schon einen Fokus für sein Anliegen setzen und dann in Ruhe davon berichten. Statt die Erwartung zu haben, in einer Sprechstunde Lösungen für alle Baustellen des Körpers zu finden.

Es gehe darum, Schritt für Schritt gemeinsam zu einer Diagnose zu kommen. "Wenn wir merken, es wird ernst, nehmen wir uns die nötige Zeit, um die Diagnose zu ermitteln, die nötig ist", sagt der Hausarzt.

"Ich finde, ein informierter Patient, der sich schon vorab Gedanken gemacht hat und mit dem man gemeinsam durchs Diagnoseverfahren geht, ist was Tolles."
Malik Böttcher, Hausarzt

Viele seiner jüngeren Patient*innen würden sich schon im Vorhinein über ihre Symptome im Netz informieren. Malik Böttcher hilft das in vielen Fällen weiter, sagt er. Oft sei der Weg schon gut. Für die richtige Einordnung ist er dann da.

Für andere Patient*innen, die sich vielleicht nicht so gut ausdrücken können oder nicht wissen, wie sie an seriöse Quellen kommen, nimmt er sich entsprechend mehr Zeit.

Grundsätzlich wünscht er sich, mehr Zeit für die Sprechstunde zu haben. "Aber wir leben leider in einer doch sehr stark finanziell regulierten Sprechstundensituation und da ist es dann manchmal einfach unschön für uns Ärzte und für den Patienten noch viel schlimmer", erklärt er. Daher sei es umso wichtiger, dass man darüber in den Austausch gehe.