Im Kampf gegen IS geht der Westen offenbar wieder auf Assad zu. Genau das hat der syrische Diktator geplant. Seine Strategie: die säkularen Rebellen bekämpfen, die Dschihadisten ignorieren und mächtige Unterstützer suchen.

"Assad ist durch IS gestärkt worden", sagt Korrespondent Jürgen Stryjak. Denn während die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Islamisten und den Kampf gegen sie gerichtet ist, stabilisiere sich die Situation für Assad. Nachdem US-Außenminister Kerry am Wochenende gesagt hatte, dass er zu Gesprächen mit Assad bereit sei, schließt auch der deutsche Außenminister das nicht mehr aus.

Assads Strategie geht auf

Jürgen Stryjak zufolge hat Assad diese Strategie ganz bewusst eingesetzt. "Assad hat die Dschihadisten verschont und vor allem die säkularen Rebellen bekämpft". Verkürzt gesagt: Wenn der Westen die Wahl hat, ob er die Barbarei des IS oder die von Assad bekämpfen soll, dann wird der IS bekämpft. Auch weil das Regime so mächtige Unterstützer wie Iran oder Russland hat: "Russland hat nie verhohlen, dass es an Assad festhalten will." Amnesty International hat dem Assad-Regime vor Kurzem Kriegsverbrechen vorgeworfen.

"Im Grunde müsste in Syrien ein Wunder geschehen. Es müssten sich alle Länder zusammensetzen und sagen: Wir beenden dieses Elend."
Jürgen Stryjak, Korrespondent