In 65 Jahren, also im Jahr 2084, wird der Asteroid "2019 SU3" auf die Erde zurasen. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:152 könnte der Gesteinsbrocken dann die Erde treffen und gewaltigen Schaden anrichten, gab die ESA am Montag bekannt. Wir klären, ob wir Angst um unsere Kinder und Enkel haben müssen.

"2019 SU3" könnte am 16.September 2084 auf die Erde aufschlagen, das hat die Europäische Weltraumagentur am 14.10.2019 vermeldet. Für die ESA hat der gefährliche Asteroid Priorität – er wird streng beobachtet und steht auf der Risikoliste.

Der 16. September 2084

Doch bei aller Aufregung: Wir können erstmal durchatmen, sagt der Astrophysiker Michael Büker.

"Keiner muss jetzt aufspringen. Wir können erstmal Entwarnung geben."
Michael Büker, Astrophysiker

Alle paar Monate werde ein Asteroid gefunden, bei dem die Experten – nachdem sie ihn ein paar Tage lang beobachtet haben – herausfinden: Dieser Asteroid kann der Erde mal ziemlich nah kommen. "2019 SU3" wurde erst am 23. September entdeckt, berichtet das Magazin International Business Times.

Unter Beobachtung

Das Patentrezept bei solchen Verdachtsfällen, sei dann, so Büker, den möglicherweise gefährlichen Asteroiden noch einige Tage und Wochen länger zu beobachten, um dann noch konkreter ausrechnen zu können, welchen Kurs er wirklich nehmen wird. Bei "2019 SU3" hätten diese Berechnungen ergeben, dass der Asteroid der Erde zwar nahe kommen aber eben höchstwahrscheinlich nicht einschlagen wird.

Neben "2019 SU3" werden aber quasi ständig – etwa jeden dritten oder vierten Tag – Asteroiden gefunden, die unter Beobachtung gestellt werden. Die Asteroiden würden in verschiedene Klassen aufgeteilt, erklärt Büker:

  • Erdnahe Asteroiden – Davon sind etwa 20.000 bekannt. Sie halten sich in einigen Millionen Kilometer Entfernung von der Erde auf.
  • Große Asteroiden – Deren Umlaufbahn kreuzt die Umlaufbahn der Erde, so dass ein Einschlag besonders gefährlich wäre. Von diesen sind etwa 2000 bekannt, sie stehen unter ständiger Beobachtung.
"Zur Zeit gibt es keinen gefährlichen Asteroiden, bei dem ein Einschlag in den nächsten 100 Jahren besonders wahrscheinlich wäre."
Michael Büker, Astrophysiker

Alle paar Wochen komme es vor, dass ein Asteroid gefunden wird, der der Erde näher gekommen ist als der Mond, berichtet Büker. Diese Gesteinsbrocken seien aber so klein, dass sie keine ernsten Schäden anrichten würden, sollten sie die Erde treffen.

Die Größe ist entscheidend

Kleine Asteroiden oder Meteoriten in der Größe eines Sandkorns oder einer Murmel verdampfen in der Erdatmosphäre. Von diesen sieht man quasi nur eine Sternschnuppe am Himmel, sagt Büker.

Oberhalb einer Größe von etwa 10 bis 15 Metern Durchmesser könnten die Flugkörper beim Eintritt in die Erdatmosphäre aber explodieren. In diesen Fällen kann die Druckwelle Schäden anrichten: In der russischen Stadt Tscheljabinsk ist genau das am 15. Februar 2013 geschehen, dabei gingen viele Fenster kaputt.

Alle Körper, die noch größer sind als 15 bis 20 Meter im Durchmesser, erzeugen, wenn sie auf Land treffen, einen großen Krater oder können, wenn sie ins Meer fallen, gewaltige Flutwellen auslösen, erklärt Michael Büker.