Außen an der Internationalen Raumstation ISS hängen Moose an einer Art Balkon. Mit diesem Versuch wird erforscht, ob Leben im All und auf anderen Planeten möglich ist.

Björn Huwe ist Astrobiologe. Dieser Forschungszweig ist noch sehr jung - genauso alt wie die Raumfahrt selbst. Björn arbeitet beim Projekt Biomex, dem biologischen Marsexperiment. Und er erforscht, ob es möglich ist, Leben auf andere Planeten auszusiedeln. Dazu ist Björn in die Schweizer Alpen gefahren und hat in Gebirgsspalten Kissenmoose gesammelt. Genau die wurden jetzt an außen an der Raumstation ISS angebracht.

"Die Frage ist, kann sich Leben von der Erde aus ausbreiten. Und könnte es passieren, dass sich dort auch Leben ansiedelt? Und wie könnte das Leben aussehen?"

Widerstandsfähiges Moos überlebt extreme Bedingungen

Diese Kissenmoose sind sehr widerstandsfähig und überleben extreme klimatische Veränderungen. Im Sommer sind sie der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Die Felsen, auf denen die Moose wachsen, erwärmen sich auf bis zu 80 Grad Celsius. Und im Winter herrschen dort hohe Minustemperaturen. Damit sind die Moose ideal auf einen Ausflug ins All vorbereitet.

"Die Bedingungen sind relativ nahe an denen, die im All herrschen - bei 4000 Meter Höhe. Es gibt dort große Temperaturschwankungen und wir wissen, das Moos überlebt diese Bedingungen."

Ist es möglich Leben von der Erde auf andere Planeten umzusiedeln?

Das Ziel: Anderthalb Jahre überleben

Nach zwei Jahren Vorbereitungen ist es im Sommer 2014 endlich soweit: Acht fingernagelgroße Proben von Björns Moos, werden auf die große Reise geschickt: Von Berlin nach Köln über Moskau bis nach Baikonur und dann ins All. Anderthalb Jahre müssen die Proben im All ohne Nährstoffe und Feuchtigkeit auskommen. Ob sie überleben, wird sich zeigen, wenn die Pflanzen im Herbst 2016 wieder auf die Erde kommen. Dann wird Björn mit anderen Wissenschaftlern zusammen untersuchen, ob und wie gut sein Moos die Weltraum-Bedingungen überlebt hat.

Die Reise der Moose: Vom Matterhorn bis ins All