Forschende in Australien haben im Weltall was gefunden, was so noch nie entdeckt wurde: ein Objekt, das seltsame Signale sendet. Wahrscheinlich ist es ein Pulsar, also der Rest von einem Stern. Doch das Objekt verhält sich äußerst merkwürdig.

Auch wenn wir schon einiges wissen: Im Weltall sind viele Dinge unterwegs, von denen wir noch keine Ahnung haben. Die Überraschung über das, was Forschende in Australien jetzt am Himmel entdeckt haben, ist deshalb ziemlich groß. Natasha Hurley-Walker vom Internationalen Zentrum für Radioastronomie-Forschung an der Curtin Universität in Australien war die erste, die das sonderbare Objekt am Himmel aufspürte – der Fund kam völlig unerwartet.

"So etwas wurde bisher noch nie im All entdeckt, sagen die Forschenden. Sie vermuten, dass es ein Rest von einem Stern ist – ein Pulsar."
Ann-Kathrin Horn, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichten

Was genau dieses Objekt ist, wissen die Forschenden auch noch nicht ganz genau, berichtet Ann-Kathrin Horn aus der Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion. Fest steht: So etwas wurde bisher noch nie im All entdeckt. Die Forschenden vermuten in ihrer Studie, dass es der Rest von einem Stern ist – ein Pulsar.

Etwas, das wir noch nicht kennen

Wenn Sterne explodieren, bleibt ein kleiner runder Stern aus Neutronen übrig, der sich dreht. Die Sternen-Überreste werden "Pulsar" genannt – denn sie senden regelmäßig Strahlung ab, sie pulsieren also. Normalerweise pulsieren die Sternenreste aber im Sekundentakt – ein bisschen so wie das Licht in einem Leuchtturm, das alle paar Sekunden wieder vorbeikommt.

Das neu entdeckte Objekt verhält sich völlig anders und eigenartig:

  • mit 30 bis 60 Sekunden sind die Signale richtig lang – und nicht kurz wie bei anderen Pulsaren
  • die Signale kommen in einem Abstand von immer fast genau 18 Minuten – und nicht in kurzen Abständen wie bei anderen Pulsare
  • Zunächst hat das Objekt sehr regelmäßig Signale gesendet, dann hat es plötzlich fast einen Monat lang "Pause gemacht", um schließlich – wieder regelmäßig – erneut loszulegen

Die bisher bekannten Himmelsobjekte senden Signale entweder superschnell wie ein Leuchtturm – oder aber mit ganz viel Abstand dazwischen. Das neu entdeckte Objekt macht "eine Art Zwischending", erklärt Ann-Kathrin Horn. Und genau so etwas wurde noch nie beobachtet.

Objekt mit langen Sendepausen

Gerade die Pause-Phase des Objekts sei Astronominnen und Astronomen "fast schon unheimlich", hat die Entdeckerin Natasha Hurley-Walker gesagt. Mittlerweile sendet das Objekt gar nicht mehr. Entweder macht es wieder Pause oder es ist quasi verstummt.

"Bisher bekannte Himmelsobjekte senden Signale entweder superschnell wie ein Leuchtturm – oder aber mit ganz viel Abstand dazwischen."
Ann-Kathrin Horn, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichten

Die Messmethoden sind im Laufe der Jahrzehnte immer besser und genauer geworden. Dass das ungewöhnliche Objekt gerade jetzt entdeckt wurde, ist trotzdem (auch) Zufall. Denn es kommt natürlich darauf an, ob die Teleskope genau auf solche Objekte ausgerichtet sind. Das neue Objekt wurde mit einem Radioteleskop entdeckt, das in der westaustralischen Wüste steht. Es sammelt unglaublich viele Signale ein - und inmitten der ganzen Daten haben die Forschenden dann mit einem neuen Such-Algorithmus die ungewöhnlichen Signale entdeckt.

Pulsar oder Neutronenstern

Die Astronominnen und Astronomen beobachten das Objekt jetzt weiter - um bloß nicht zu verpassen, ob vielleicht noch mal ein weiteres Signal kommt. Gleichzeitig suchen sie den Himmel nach ähnlichen Objekten ab. Und überlegen natürlich fieberhaft, was genau diese seltsamen Signal-Abstände und die Pause erklären könnte:

  • Entweder es ist eine Art Pulsar, der sich aufgrund irgendeines Einflusses sonderbar verhält
  • Oder aber wir haben es tatsächlich mit einer ganz neuen Form von Himmelskörper zu tun: Es könnte zum Beispiel ein Neutronenstern sein, der sich langsam dreht - so etwas wurde schon theoretisch vorhergesagt, aber noch nie nachgewiesen

Das Aufmacherbild zeigt einen Pulsar - allerdings nicht die neue Entdeckung aus Australien