Seit Dezember 2012 leben rund 200 Flüchtlinge in einer ehemaligen Schule in Berlin. Die soll jetzt geräumt werden. Rund 40 Menschen harren dort aus und halten das Gebäude besetzt. Sie haben Angst davor, abgeschoben zu werden.

Sie sind Flüchtlinge aus aller Welt - unter anderem aus Sudan, Syrien, Nigeria und Ghana - und sie haben sich in die leerstehende Schule zurückgezogen, weil sie nicht in abgelegenen Asylbewerberheimen wohnen wollen und Angst vor Repression haben. Die Menschen in der Schule drohen damit, vom Dach zu springen, wenn die Polizei kommen sollte. Wann die Schule geräumt wird, steht bislang nicht fest. Vorher möchte die Polizei noch mit den Flüchtlingen reden. DRadio-Wissen-Autor Panajotis Gavrilis hatte Kontakt zu einem der Flüchtlinge.

Adam Bahar aus dem Sudan

Adam Bahar stammt aus dem Sudan und schläft, so sagt er, seit einiger Zeit auf dem Dach der Schule. Er schätzt, dass sich mehr Menschen in der Schule aufhalten, als die Polizei glaubt. Nämlich 70 bis 80 und nicht nur 40 Personen. Adam Bahar möchte auf die Situation von Flüchtlingen aufmerksam machen. Er selbst kann und will nicht zurück in den Sudan, wo er verfolgt wird.

"I don’t care, if I lose my life. Because I don’t have life here. Because in two years I don’t have anything. I’m ready to fight for my right. And I can fight for my right until the end."
Adam Bahar

Abgelehnte Asylanträge

Adam Bahar wünscht sich, offiziell als Flüchtling anerkannt zu werden - so wie viele andere Menschen, die in der Schule ausharren. Das Problem daran: Viele dieser Menschen kommen aus Ländern, die Deutschland nicht als Kriegs- oder Krisengebiete anerkennt. Bei einigen Personen, die zurzeit die Schule besetzt halten, wurde der Asylantrag schon abgelehnt, andere warten noch auf eine Antwort.

"Die Menschen gelten dann nicht als politisch verfolgt, darum können sie auch kein Asylrecht bekommen."
Panajotis Gavrilis

2013 wurde ein Prozent der Asylanträge in Deutschland als asylberechtigt eingestuft. Fast 40 Prozent der Anträge wurden direkt abgelehnt. Die Schulbesetzer fordern darum eine Einzelfallprüfung und ein Bleiberecht.