Gesichtsmasken sind jetzt Mangelware und Schutz vor Ansteckung bieten sie kaum – jedenfalls nicht den Menschen, die sie jetzt auf der Straße tragen.

In den Einkaufsstraßen vor Supermärkte oder Drogeriemärkten sind weniger Menschen unterwegs. Diejenigen, die Schutzmasken oder Tücher vor dem Gesicht tragen, sind allerdings häufiger geworden. Wir haben mit der Wissenschaftsjournalistin Christina Sartori darüber gesprochen, ob solche individuellen und manchmal auch improvisierten Schutzmaßnahmen sinnvoll sind.

Dünne Masken aus Papier und Stoff können Menschen schützen – in erster Linie schützen sie vor einer Infektion durch denjenigen, der die Maske trägt. Demjenigen, der diese Masken trägt, bieten sie in der Regel keinen ausreichenden Schutz, sagt Christina Sartori.

″Diese Masken halten keine Viren ab. Allerdings verringert man die Menge an Tröpfchen, die man selber in die Gegend versprüht, wenn man hustet oder spricht.″
Christina Sartori, Wissenschaftsjournalistin

Sie vermutet, dass maskierte Menschen sich seltener ins Gesicht fassen und so das Ansteckungsrisiko verringern. Sie sollten aber bei allem Stolz auf ihre Maske nicht das Händewaschen vergessen und insgesamt nicht unvorsichtiger werden.

Die folgenden Regeln bleiben trotz Masken bestehen:

  • Abstand halten.
  • nicht ins Gesicht fassen.
  • Hände regelmäßig und gründlich mit Seife waschen.

Auf keinen Fall sollte jemand, der vermutet selbst infiziert zu sein oder tatsächlich an Covid-19 erkrankt ist, mit einer Maske vor die Tür gehen. Neben den einfachen Masken mit Schutzkategorie FFP-1 und FFP-2, gibt es noch solche der Kategorie FFP-3. Sie halten Viren grundsätzlich ab, sollten allerdings medizinischem Personal vorbehalten sein.

Eine Frage der Schutzkategorie

Auch einfache Masken, Operationsmasken, werden dringend gebraucht – in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Christina Sartori rät davon ab, solche Masken für den privaten Gebrauch zu kaufen und so die Preise hochzutreiben.
Sie weist darauf hin, dass Masken aus dem Baumarkt in der Regel keinen sicheren Virenschutz leisten. Denn sie entsprechen in der Regel nicht der Kategorie FFP-3.

Wer bereits eine Maske im Vorrat hat, könne sie aber ohne Bedenken benutzen. Manche Stoffmasken lassen sich sogar wiederverwenden. In diesem Fall sollten sie allerdings bei mindestens 60 Grad gewaschen werden.

Menschen am 19. März 2020 in der Münchner Innenstadt – einige mit Gesichtsmasken
© imago images | Zuma Wire
Menschen am 19. März 2020 in der Münchner Innenstadt – einige mit Gesichtsmasken.