Die Atlantic Challenge gilt als härtestes Ruderrennen der Welt: 5000 Kilometer quer durch den Atlantik von La Gomera bis nach Antigua in der Karibik. Vier Hamburgerinnen machen mit - zwei von ihnen rudern erst seit eineinhalb Jahren. Aber es geht nicht nur um Ausdauer, sondern auch um Freundschaft. Die vier haben sich mehr als ein Jahr lang vorbereitet, so unser Reporter Martin Schütz.

Meike, Cätschi, Steffi und Timna wollen gemeinsam den Atlantik durchqueren - in einem Ruderboot namens Doris. Die vier Hamburgerinnen sind zwischen Mitte 20 und Anfang 50. Sie sind keine Extremsportlerinnen. Zwei von ihnen haben sogar erst vor anderthalb Jahren mit dem Rudern angefangen. Aber sie wollen beim härtesten Ruderrennen der Welt mitmachen - der Atlantic Challenge.

5000 Kilometer durch den Atlantik

Die Strecke ist knapp 5000 Kilometer lang - von der Kanareninsel La Gomera bis nach Antigua in die Karibik. Insgesamt nehmen 35 Teams teil. Vier Ruderer und Ruderinnen versuchen ganz alleine die Überquerung - und dann gibt es Teams von zwei bis fünf Personen. Ihnen drohen im Ozean meterhohe Wellen, Stürme und zunächst eisig kaltes Wetter. Je näher die Teams dem Ziel in der Karibik kommen, desto wärmer wird es.

In einem Ruderboot sitzen drei Frauen; sie fahren mit ihrem Boot auf der Alster.
Die vier werden bald in ihrem Ruderboot "Doris" mitten durch den Ozean gegen meterhohe Wellen anfahren.

Das Team aus Hamburg nennt sich RowHHome und ihre Atlantiküberquerung soll später auch im Kino zu sehen sein. Sie wollen die Strecke in 40 Tagen schaffen. Dafür wollen sie jeweils zwei Stunden schlafen, zwei Stunden rudern. Das klingt nach einem ambitionierten Plan, so unser Reporter Martin Schütz. Aber die vier haben sich intensiv vorbereitet.

"Das Team hat sich mehr als ein Jahr auf die Atlantic Challenge vorbereitet."
Martin Schütz, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Die Challenge wollen sie auf dem Ruderboot "Doris" schaffen. Sie haben Verpflegung für 60 Tage dabei: vor allem Trockennahrung, die mit Wasser aufgegossen wird. Außerdem gibt es einen Wassertank mit 50 Litern Süßwasser. Es gibt je eine Kabine am Bug und am Heck, darin wird gegessen, geschlafen und sie dienen als Schutz bei Unwetter. Es gibt kein Klo an Bord. Wer muss, nutzt Eimer und Schwamm.

Intensive Vorbereitung: mental und körperlich

Die vier Ruderinnen haben auch auf professionelle Unterstützung gesetzt. Sie haben sich Coaches dazu geholt, ebenso eine Sportpsychologin. Es ging auch darum, dass man sich nach 40 Tagen auf engstem Raum und vermutlich größter körperlicher Anstrengung, noch irgendwie mag. Ebenso mussten die vier ihre Familien und Freunde motivieren, dass sie nicht nur das Rennen, sondern auch die intensiven Trainings- und Vorbereitungszeiten mittragen.

Das Team hat sich mit Christian Dahlke auch einen Profitrainer engagiert. Er ist Ex-Ruderweltmeister. Auf dem Programm mit ihm stand neben Ausdauer, Krafttraining und Rudertechnik vor allem rudern, rudern und rudern. Auf der Filmprojektseite Wellenbrecherinnen beschreibt Christian Dalhke in einem Interview, was das Team auf hoher See erwartet: Enge, Nässe, ein schmerzender Po und die Urgewalt des Wassers.

"Alles auf engstem Raum, mit permanent nassen Klamotten. Hautprobleme. Arschprobleme. Und dann noch diese Urgewalt des Ozeans."

Klingt also alles nach einer echten Challenge. Die Generalprobe des Teams ging auch leider schief: Sie wollten mit ihrem neuen Schiff "Doris" aus Großbritannien den Ärmelkanal überqueren, doch sie mussten abbrechen. Der Wind war zu stark.

Für den Atlantik drücken wir die Daumen.