Am 6. Januar 1939 veröffentlichte der Chemiker Otto Hahn zum ersten Mal die Ergebnisse seiner Experimente zur Kernspaltung. Es war der Anfang des Atomzeitalters. Ein Hörsaal mit Vorträgen von Otto Hahn von 1952 und von Werner Heisenberg aus dem Jahr 1955.

Als Otto Hahn am 6. August 1945 vom Abwurf der ersten Atombombe auf Hiroshima erfuhr, war er zutiefst erschüttert. Otto Hahn war zu diesem Zeitpunkt in England auf dem Landsitz Farm Hall zusammen mit neun deutschen Physikern interniert. Seine Kollegen haben später berichtet, er sei am Rande der Verzweiflung gewesen.

"Dass sich die Zerspaltung des Urans und des Thoriums zu so folgenschweren und folgenreichen Ergebnissen herausgestellt hat, ahnten wir absolut nicht."
Otto Hahn entdeckte die Kernspaltung

In seinem Vortrag "Radiochemie und Uranspaltung" erzählt Otto Hahn 1952, wie der Zufall eine entscheidende Rolle bei der Entdeckung der Kernspaltung spielte. Im selben Jahr hält er auch den Vortrag "Über die friedliche Anwendung der Atome". Darin geht es um die Nutzung der Atomenergie für zivile Zwecke.

Heisenberg hielt Atomendlager für unproblematisch

Der Atomphysiker Werner Heisenberg plädiert in seinem Vortrag "Pläne für einen deutschen Reaktor" 1955 für den Bau eines Atomreaktors in Deutschland und geht auf die damit verbundenen Herausforderungen ein. 

Prof. Dr. Werner Heisenberg entwickelte die Heisenbergsche Unschärferelation und erhielt 1932 den Nobelpreis für Physik. Aufnahme von 1968.
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Werner Heisenberg war der Meinung, das Problem der atomaren Endlagerung ließe sich ganz leicht lösen. Man müsse den Atommüll nur gut verpackt im Meer versenken. 

"Die Abfallstoffe werden sorgfältig gespeichert, nach Abschwächung ihrer radioaktiven Strahlung aufgearbeitet und schließlich verpackt und weit von der Küste ins Meer versenkt."
Atomphysiker Werner Heisenberg über Atommüll 1955

Otto Hahn und Werner Heisenberg haben ihre Vorträge auf der jährlich stattfindenden Lindauer Nobelpreisträgertagung gehalten, Otto Hahn im Jahr 1952 und Werner Heisenberg im Jahr 1955 .

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