Im Tunnel von Äspö in Schweden suchen Forscher nach einer Lösung, wie man Atommüll langfristig lagern kann. Eines der Probleme: Bakterien zersetzen die Kupferfässer.

Über 300 tausend Tonnen hochradioaktiven Abfall gibt es weltweit. Niemand weiß, wie man ihn sicher lagern kann. Im "Tunnel von Äspö" ins Südschweden sucht man nach einer Lösung. 3,6 Kilomenter lang ist der Tunnel, man kann ihn bequem mit dem Auto befahren. So gelangt man zum "Hard Rock Labor", dem weltweit größten Untergrundlabor zur Erforschung der Endlagerung von Atommüll.

Dort arbeitet Joachim Reitner. Er ist Professor für Paläontologie und Geobiologe an der Universität Göttingen. Seit 17 Jahren forscht erforscht er in Äspö, wie es Mikroorgnismen gelingt, fast jedes Material zu durchdringen und zu durchlöchern.

"Überall haben sich die Bakterien durchgemogelt und saßen auf dem Kupferkanister drauf. Das war das, was wir eigentlich gar nicht wollten."
Joachim Reitner, Paläontologe

Tief im Berg, in uraltem Gestein - sollte es da nicht möglich sein, Atommüller sicher zu lagern? Reitner ist nicht optimistisch. Denn wo wir Laien nur Stein sehen, entdeckt Reitner Leben. Über 2000 verschiedene Bakterien haben die Forscher im Tunnel bereits entdeckt, wahrscheinlich sind es insgesamt noch weit mehr. Es dauert lange, bis die Bakterien Gestein oder Kupfer zersetzen. Doch den radioaktiven Abfall muss man noch länger sicher lagern. Mindestens 100.000 Jahre. Joachim Reitner glaubt nicht, dass das möglich ist.

"Auch wenn Sie so ein Bergwerk dicht machen – irgendeiner macht’s immer auf."
Joachim Reitner, Paläontologe

"Der Tunnel von Äspö – Einblicke in das weltgrößte Untergrundlabor zur Erforschung der Endlagerung von Atommüll", heißt der Vortrag von Joachim Reitner, den er am 22. Oktober in der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund in Berlin gehalten hat.

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