Deutschland sucht einen Platz für hochstrahlenden Atommüll aus den Kernkraftwerken. Der gesuchte Ort sollte geräumig sein, denn er muss 30.000 Kubikmeter – ungefähr so viel wie zehn olympische Schwimmbäder – fassen. Er muss sich gut abschirmen lassen und vor allem erdbebensicher sein.

Der Bund hatte schon einmal so eine Suche gestartet, allerdings nicht öffentlich. 1977 hatte er sich mit dem Land Niedersachsen auf Gorleben geeinigt, allerdings ohne große Prüfung, einfach aus dem Grund, weil das Gebiet dünn besiedelt ist und damals an der Grenze zur damaligen DDR, also schön abgelegen lag.

Das nationale Begleitgremium soll vermitteln

Diesmal soll die Suche öffentlich und transparent sein. Auf einer Infoveranstaltung in Kiel will die Bundesregierung heute (24. April 2019) über die neue Suche informieren. Um zwischen Bürgerinnen, Bürgern und Politik zu vermitteln, wurde jetzt auch ein Nationales Begleitgremium gegründet. "Man will möglichst viel Transparenz schaffen, indem man erklären möchte, wie das Verfahren abläuft", sagt Barbara Schmidt-Mattern, unsere Korrespondentin im Hauptstadtstudio. Es gehe auch darum, den Bürgern zu zeigen, welche Möglichkeiten sie haben, sich an der Suche zu beteiligen.

"Man muss ja immer bedenken, dass so ein Endlager für hoch radioaktiven Atommüll auf eine Million Jahre Haltbarkeit angelegt ist. Das muss man sich immer wieder klarmachen."
Barbara Schmidt-Mattern, Korrespondentin im Dlf-Hauptstadtstudio

Der Plan ist, bis 2031 ein Lager gefunden zu haben. Federführend sind zwei Bundesbehörden: das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit und die Bundesgesellschaft für Endlagerung.

Die CSU hat bereits in den Koalitionsvertrag geschrieben, dass Bayern ein solches Atomendlager nicht haben möchte. "Das löst jetzt natürlich entsprechende Reaktionen bei den anderen Parteien aus", erklärt Barbara Schmidt-Mattern. Eigentlich ist der Ansatz, dass man Deutschland zunächst als weiße Landkarte betrachtet – also unvoreingenommen – mit dem Ziel den nach wissenschaftlichen Untersuchungen am besten geeigneten Standort zu finden. Fest steht: Die Atomabfälle sollen unterirdisch tief in einem Bergwerk entsorgt werden. Aus geologischer Sicht kommen Salz, Ton und kristallines Gestein wie Granit infrage.