Bergfilm spielen einen Song von Giant Rooks. Giant Rooks klingen britischer als die meisten Briten. Und ein prägnantes modisches Accessoire der 80er ist der Hingucker des Abends. Alles das gab es beim "Auf-der-Bühne"-Konzert am Sonntagabend in unserem Funkhaus in Köln.

Ein proppenvoller Deutschlandfunk-Kammermusiksaal und folglich eine niemals endende Schlange an unserem obligatorischen Fotoautomaten: Bei der Oktoberausgabe unserer Konzertreihe "Auf der Bühne" gab es die begehrten Karten einmal mehr nicht zu kaufen, sondern nur zu gewinnen. 250 Deutschlandfunk-Nova-Hörerinnen und -Hörer hatten Glück, waren dabei und erlebten tolle Musik. Bergfilm sind ein weiterer Vertreter des Neuen Sound of Cologne, ein weiteres Highlight der unfassbar produktiven Kölner Musikszene. Außerdem gab es ur-britischen Sound, der allerdings aus Hamm in Westfalen kommt. Doch Giant Rooks konnten im Kammermusiksaal problemlos jeden davon überzeugen, dass sie ein Original sind. Und was für eins.

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„Ich find’s toll, wie meine Stimme hier klingt!“
Arthur Lingk, Bergfilm

Bergfilm eröffneten den Abend und sie hatten sich offenbar etwas vorgenommen, für den Gig in der Heimatstadt. Es wurde extra das eigene Bühnenlicht in den Kammermusiksaal gekarrt, man holte mal einen Gasttrompeter auf die Bühne, mal einen Gastgitarristen, der Konzertflügel des Kammermusiksaals wurde eingesetzt und es gab musikalische Ausflüge in die Elektronische Tanzmusik. Vor allem aber machten Bergfilm ein hochspannendes musikalisches Experiment: Einen Remix, wie sie es nannten, des Songs "Bright Lies" – von Giant Rooks, der anderen Band des Abends. Wir stellen fest: Die Herren wollten ihrem Publikum bei jedem Song irgendetwas Neues und Interessantes bieten. Und das ist ihnen gelungen. Großes Lob für einen sehr abwechslungsreichen Auftritt, den die Nova-Hörerinnen und -Hörer im Saal zu Recht mit richtig viel Applaus bedachten. Allerdings weiß natürlich niemand, ob die Begeisterung sich nur aufs Musikalische bezog, oder nicht vielleicht doch auch auf den spektakulären 80er-Jahre-Schnurrbart von Sänger Arthur.

"An Parkettboden könnte man sich gewöhnen."
Fred Rabe, Giant Rooks

Zweite Hälfte: Giant Rooks. Dem Quintett aus Hamm fiel zunächst auf, dass der Kammermusiksaal sich anders anfühlt als die "abgeranzten Rockschuppen" (Fred), in denen sie sonst auftreten. Diese Erkenntnis hat die fünf Westfalen aber offenbar eher angespornt, denn mit ihrem Vollgas-Auftritt bekamen sie ziemlich schnell auch den sitzenden Teil des Publikums auf die Füße. Dass Giant Rooks britisch klingen, liegt schon an ihrer Besetzung: die Gitarren sind deutlich in der Mehrheit. Nicht zuletzt aber liegt es an Sänger und Frontman Fred, der ein Typ ist, wie man ihn auch auf Bühnen nicht alle Tage erlebt. Ein Energiebündel – immer in Bewegung, spielt er nebenbei Akustikgitarre, trommelt auf irgendetwas herum oder greift (beim Bob-Dylan-Cover) sogar zur Mundharmonika. Und vor allem, natürlich: eine große Stimme und echte Entertainerqualitäten. Sieht Fred Rabe nicht auch ein kleines bisschen aus wie Mick Jagger von den Rolling Stones? Eines ist jedenfalls klar: Wer solche Auftritte abliefern kann, noch bevor das Debütalbum draußen ist, der hat großes Potenzial und wird uns noch viel Freude machen.

Nach der Musik kamen, wie immer bei den "Auf-der-Bühne"-Konzerten, die Musiker nach draußen zum Merch-Stand, signierten Platten und T-Shirts, plauschten und machten Selfies mit den Fans. Diese persönlichen Erlebnisse hat jeder für sich alleine, die Musik aber gibt’s für alle nochmal im Radio, und zwar am Sonntag (22.10.) ab 20 Uhr in unserer Sendung "Festival". Und am 19. November gibt es das nächste "Auf-der-Bühne"-Konzert. Wer dabei sein möchte, muss auch dann wieder einfach nur die Ohren offenhalten und Deutschlandfunk Nova hören. Die Tickets gibt es ausschließlich geschenkt.