Sie kämpfen in Blockbustern gegen Aliens und machen 50 Prozent des US-Astronautenteams aus - nur in Deutschland haben weibliche Raumfahrerinnen immer noch das Nachsehen. Das soll sich jetzt ändern.

Sie war eine Pionierin - heute vor 51 Jahren ist mit Walentina Tereschkowa die erste Frau ins All geflogen. Seither haben es ihr einige Frauen nachgemacht - allerdings nicht genug. So sieht das Claudia Kessler, die das ändern will. Sie startet heute eine Facebook-Aktion, um junge Frauen dazu zu begeistern, ins All zu reisen und sich überhaupt mehr für Raumfahrt zu interessieren. Zurzeit arbeitet mit Alexander Gerst der elfte deutsche Mann in Weltraum. Geht es nach Claudia Kessler, dann soll der nächste deutsche Mensch im All eine Frau werden.

Das Ziel der Aktion ist ganz klar: Das Interesse bei Frauen zu wecken. Denn die Entscheidung über die die nächsten Raumfahrer fällt die Europäische Raumfahrtagentur. Bis der nächste Termin feststeht, sollen genügend Frauen zusammenkommen, damit es eine realistische Chance auf die erste deutsche Astronautin gibt.

"Wir haben mit Alexander Gerst den elften deutschen Mann im Weltraum. Wir fänden es schön, wenn der nächste deutsche Mensch im All eine Frau wäre."
Claudia Kessler von Women in Aerospace

Warum eine Frau ins All muss? Da ist zum einen der Nutzen für die Forschung. Ein weiblicher Körper verhält sich anders als ein männlicher Körper. Es geht Claudia Kessler aber auch um die Vorbildfunktion, um mehr Mädchen für die Mint-Fächer - also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – zu begeistern. Eine Astronautin könnte dabei ein wichtiges Rollenmodell sein.

Das Deutschland hier Nachholbedarf hat, zeigt schon der Blick auf andere Raumfahrtnationen: Im US-Astronautenteam sind 50 Prozent Frauen. Ende dieses Jahres bricht eine Italienerin ins All auf. Auch wenn natürlich auch das Vorbilder für angehende Astronautinnen sein könnten, glaubt Claudia Kessler doch an das besondere Identifikationspotenzial einer deutschen Raumfahrerin.