Johanna und Stefan haben ihre Jobs gekündigt um mit ihrer Segelyacht die Welt zu umrunden. An Bord müssen sie ständig Wache schieben, teilweise die Langeweile vertreiben und mit einem nicht sehr vielfältigen Speiseplan zurechtkommen. Dafür sehen sie wunderschöne Orte.

Ob man ihr Vorhaben, zu zweit mit einer Segelyacht den Atlantik zu überqueren, als gefährlich bezeichne oder nicht, sei Einstellungssache. Viele machen das jedes Jahr, und nur selten passiere etwas, sagt Johanna. Für den Notfall haben sie aber einiges dabei: eine Rettungsinsel und ein Notfunk-System, mit dem sie per Satellit Hilfe holen können.

Vor ihrer Reise, die sie "project GOOD TIMES" nennen, haben Johanna und Stefan einen Überleben-auf-See-Kurs gemacht. "Es war ein komisches Gefühl sich mit Dingen auseinandersetzen zu müssen, die man normalerweise gerne verdrängt", sagt Johanna.

"Tausende kleine Fische, die aufgeregt aus dem Wasser springen. Es ist ein tolles Schauspiel, wie die Tiere durchs Wasser schießen. Das geht stundenlang so, und es wird nicht langweilig. Außerdem hat man ja sowieso nichts anderes zu tun."

Johanna und Stefan segeln gerade um die Welt. Im Juni 2016 sind sie in der Ostsee gestartet. Sie sind über Holland, Belgien, England, Frankreich, Spanien und Portugal mittlerweile bis Madeira gekommen, und bis mindestens September 2017 wollen sie noch unterwegs sein.

Für Anfang November ist die Fahrt über den Atlantik Richtung Karibik geplant. 20 Tage wird die Überfahrt ungefähr dauern - nur die beiden, mitten auf dem großen Ozean in ihrem rund zehn Meter langen Boot.

Alle 20 Minuten geht der Wecker

Johanna und Stefan haben immer mal wieder angelegt in kleinen Fischerdörfern und größeren Städten. Sie sind mit Bus und Mietwagen ins Landesinnere gefahren. Gerade auf See kann ein Tag auf einem kleinen Segelboot schon ziemlich lang werden. Was macht man da die ganze Zeit? "Lesen, Reden, aber sich auch mal den halben Tag anschweigen", sagt Johanna.

Nachts geht alle 20 Minuten der Wecker. Einer von beiden geht an Deck und guckt, ob etwas in Sicht ist. Kurs prüfen, Windpiloten anschauen und sonst alles checken. Und dann weiterpennen.