Wir sind dann mal raus - die Unabhängigkeitserklärung der USA vom 4. Juli 1776 war viel mehr als ein Stück Papier: Sie war Abrechnung mit den Vergehen der britischen Krone und Deklaration von Werten des menschlichen Zusammenlebens. Und die wirkten weit über die Vereinigten Staaten hinaus.

An der Ostküste Nordamerikas hatten sich seit dem 16. Jahrhundert britische Kolonisten angesiedelt und das Land dem britischen Kolonialbesitz einverleibt. Die Kolonien in Nordamerika wurden von der britischen Krone verwaltet und militärisch geschützt. Als nach dem Siebenjährigen Krieg, der bis 1763 in Mitteleuropa, Nordamerika, Indien und der Karibik ausgetragen wurde, der britische König George III. seine leere Staatskasse durch neue Steuern in den amerikanischen Kolonien füllen wollte, begann die Loslösung der Kolonien von der britischen Krone.

"Die Unabhängigkeitserklärung hat zwar einen gewissen Coolnessfaktor. Aber viel zu wenige Leute wissen überhaupt, was genau drinsteht."
Danielle Sophie Harris, 19-jährige Deutsch-Amerikanerin

Die meisten Kolonisten kamen aus England. Sie waren die Gründerväter der 1787 gegründeten Vereinigten Staaten von Amerika und legten den Grundstein für das bis heute besondere Verhältnis zwischen Großbritannien und den USA. Die Gedanken der Unabhängigkeitserklärung kamen mit der Französischen Revolution von 1789 nach Europa und fanden Eingang in die modernen europäischen Verfassungen und das deutsche Grundgesetz.

"No Taxation without Representation"

Anfangs ging es den Kolonisten nicht um eine Unabhängigkeit ihrer Kolonien, sondern um eine gerechte Beteiligung an der britischen Regierung, ohne die man nicht bereit war, Steuern zu bezahlen ("No Taxation without Representation"). Als diese Machtbeteiligung in London zurückgewiesen wurde, begann der Krieg um die Unabhängigkeit von England. Die Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 war einerseits eine Abrechnung mit den Vergehen der britischen Krone in Amerika und anderseits die Deklaration von Werten des menschlichen Zusammenlebens, die nicht nur in den USA, sondern etwas später durch die Französische Revolution auch in Europa Gültigkeit erlangte:

  • Alle Menschen sind gleich
  • Jeder Mensch hat die unveräußerlichen Rechte auf Leben, Freiheit und dem Streben nach Glück
  • Sollte eine Regierung dauerhaft gegen diese Rechte verstößen, ist es das Recht und die Pflicht der Menschen, sie "abzuschaffen und eine neue Regierung einzusetzen."

Außerdem hört ihr in Eine Stunde History:

  • Der Historiker Manfred Berg über Ursprung und Inhalt der Unabhängigkeitserklärung
  • Die 19-jährige Deutsch-Amerikanerin Danielle Sophie Harris über die Bedeutung der Unabhängigkeitserklärung für junge Amerikaner
  • Unser USA-Korrespondent Marcus Pindur über die Alltagstauglichkeit der Erklärung
  • DRadio-Wissen-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld über die Lage der Kolonisten in Amerika