"Sport tut gut, unbedingt!", sagen viele. Aber Sport kann uns auch stressen und das Gehirn träge werden lassen – bei einer Gruppe von Triathleten wurde dieser Effekt nun nachgewiesen.

Sport belebt, baut Stress ab und bringt die grauen Zellen auf Trab - stimmt alles. Sport kann unser Hirn aber auch ermatten lassen. Ganz besonders Ausdauersport. Das zeigt eine Studie des "National Institute of Sports, Expertise, and Performancedes".

In ihren Versuchen haben die französischen Wissenschaftler das Training von Triathleten angepasst: 40 Prozent mehr Training als normal sollten die Probanden absolvieren. Danach waren sie nicht nur körperlich müder, auch beim Kopf zeigte sich Erschöpfung. Und das auch an Ruhetagen, an denen sie nicht trainierten.

Weniger Lust nachzudenken

Dass das Hirn eher im Pausenmodus ablief, zeigte sich bei den Triathleten in dem Versuch dadurch, dass sie wesentlich müder waren, keine Lust hatten nachzudenken und auch impulsiver reagierten. Die Ergebnisse grundsätzlich auf jede Art von Sport zu übertragen, würde aber zu kurz greifen. Sie zeige aber dass auch beim Sport die Dosierung zählt, , sagt Stefan Schneider, Professor am Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaften von der Deutschen Sporthochschule Köln. Damit Sport Stress abbaue und nicht selbst zum Stressfaktor werde.

"Wenn man sich zuviel körperlich aktiv betätigt, dann kommt es natürlich zu, man könnte vielleicht sagen einem Burn-out oder einer Stresssituation. Und das ist natürlich etwas, was uns nicht nur im Sport begleitet, sondern auch im Alltag.“

Das heißt, auch beim Sport kann das Verhältnis von Fordern und Lust am Sport in Richtung Überforderung kippen. Sport-Überstunden wirken sich ähnlich aus wie zu viele Überstunden auf der Arbeit.

Innerer Schweinehund oder Stress?

Hier gelte es gut zu beobachten: Ist es nur ein kleiner Schubs für den inneren Schweinehund, mit dem wir unsere Abendrunde laufen? Oder ziehen wir uns lange einfach nur durch, ohne wirklich Lust am Sport zu haben?

"Ich glaube, das große Geheimnis im Sport ist, das zeigen auch viele unserer Studien, dass der Sport auch mal sinnfreie Zeit sein soll. "

Damit wir uns wirklich fit fühlen lohnt ein innerer Abgleich: Was ist der Sport für mich? Und leistet meine Sportart wirklich das, was sie soll? Wenn Sport hilft, uns gut zu fühlen und abzuschalten, liegen wir richtig. Stefan Schneider sagt: "Sport muss Spaß machen. Dann sind wir in der Lage, den Stress, den wir beispielsweise aus dem Berufsleben haben, abzubauen.“