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Die Beschäftigung mit dem Tod ist immer noch ein Tabu. Klar, es ist unangenehm. Sich mit der eigenen Endlichkeit auseinanderzusetzen kann aber auch inspirierend sein. Genau da setzt die App "Der letzte Tag" an.

Plane deinen letzten Tag auf dieser Welt. Denn morgen bist du nicht mehr da. Zugegeben, die Aufforderung kann als ein bisschen makaber aufgefasst werden. Vielleicht klingt sie auch wie das Drehbuch für einen Film. Manch einen mag das auch triggern, denn der Tod ist immer noch ein Tabuthema. Die App "Der letzte Tag", die die gemeinnützliche Körber-Stiftung herausgebracht hat, will das aufbrechen. Auch Philosophin Ina Schmidt plädiert dafür, sich mit der eigenen Endlichkeit auseinanderzusetzen.

"Meine Überzeugung ist, dass es sehr viel Kraft kostet, die eigene Endlichkeit zu verdrängen. Diese Kraft könnten wir sehr viel besser an anderen Stellen im Leben nutzen."
Ina Schmidt, Philosophin und Autorin von "Eine kleine Philosophie des Abschieds"

"Der letzte Tag": Sich auf digitalem Weg einem Tabu nähern

Und das Ganze funktioniert so: In 14 Fragen hilft die App der Userin oder dem User, den letzten Tag im Leben zu planen. Es geht los mit der Frage, wann der Wecker klingen soll und was man zum Frühstück haben will. Ein leckeres Croissant und einen schönen Café au lait zum Beispiel? Und dann die Frage nach dem Tagesablauf: Ganz gemütlich chillen oder ein letztes Mal das Meer sehen?

Wenn der eigene Tod zur Inspiration fürs Leben wird

Natürlich geht es bei der App nicht darum, einen festen Plan für den letzten Tag auf dieser Welt festzutackern, vielmehr sei es eine Übung, sich mit der Endlichkeit des Lebens auseinanderzusetzen.

"Während ich die Fragen beantworte, merke ich, dass sich etwas verändert. Und zwar mein Ausweichverhalten. Dieser letzte Tag, er wird real."
Deutschlandfunk-Nova-Reporter Stephan Beuting hat die App ausprobiert

Stephan Beuting stellt fest, dass die App ihn in seinen Gedanken weiterschweifen lässt, nämlich zu der Frage, wie er sein Leben jetzt gestalten und worauf er später zurückschauen will. Durchgehend angenehm findet er die Beschäftigung mit dem eigenen Tod nicht, aber am Ende, meint er, tut es doch irgendwie gut.