Ausgesetzte Goldfische sind ein "erhebliches Problem", sagt Derk Ehlert, Wildtierbeautragter des Berliner Senats. Und zwar für unsere heimischen Fische - denn die Goldfische fressen ihren Laich.

Es passiert leider regelmäßig: Goldfische gelangen in freie Seen und Gewässer, mutmaßlich werden sie dort ausgesetzt, sagt der Wildtierbeauftragte Derk Ehlert. Dabei gäbe es doch elegantere Möglichkeiten, die Tiere loszuwerden.

"Bitte nicht in die Natur bringen! Das gilt deutschlandweit auch für andere gebietsfremde Arten."
Derk Ehlert, Wildtierbeautragter des Berliner Senats

Über Tauschbörsen im Internet oder den Tierhandel könnte man seine Goldfische loswerden. In freie Gewässer gehören die gebietsfremden Tiere hierzulande jedenfalls nicht. Sie können zwar überleben - doch sie ernähren sich unter anderem vom Laich heimischer Fische, und dezimieren so ihren Bestand.

"Dieses ständige Einbringen von anderen Arten macht uns wirklich zu schaffen - in erster Linie aber den heimischen Fischarten."
Derk Ehlert, Wildtierbeautragter des Berliner Senats

Fressen und gefressen werden

Andererseits sind die ausgesetzten Goldfische ihrerseits eine beliebte Beute, sagt Derk Ehlert - beispielsweise für Grau- oder Silberreiher. Das wüssten auch viele Teichbesitzer in Berlin, denen so hin und wieder ihre Goldfische abhanden kommen.

"Die Goldfische sind meistens auffällig durch ihre schöne, goldene Farbe. Das sieht der Graureiher, und der hat einen gesunden Appetit auf diese Tiere."
Derk Ehlert, Wildtierbeautragter des Berliner Senats

Immer im Spätsommer oder "wenn die Leute ihre Gartenteiche ablassen", wird die Sache mit den Goldfischen ein Problem, berichtet Derk Ehlert. Sie wollen sie nicht töten und bringen die Fische zum nächsten Teich.

Der nächste Teich ist keine Option

"Viele meinen, wenn da schon Goldfische drin sind, dann fühlen sich meine Goldfische auch noch wohl." Eine grobe Fehleinschätzung. Alles sei besser, als die Tiere in der freien Natur zu entlassen, so der Wildtierbeauftragte.

"Es gibt im Internet einen großen Tauschmarkt und auch Fischhändler, die sich mit sowas auskennen."
Derk Ehlert, Wildtierbeautragter des Berliner Senats