Es ist alles andere als unwahrscheinlich, dass es irgendwo im Weltall noch anderes Leben gibt. Warum haben wir es dann noch nicht gefunden – oder es uns? Vermutlich waren wir bislang einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort, erklärt Astrophysiker Michael Büker.

Das Weltall ist riesig, es gibt unendlich viele Sterne und Planeten – es gilt daher als nicht unwahrscheinlich, dass es noch irgendwo anders außerirdische Zivilisationen in der Milchstraße gibt. Davon geht auch der Astrophysiker Michael Büker fest aus.

"Als Physiker halte ich es für beinahe ausgeschlossen, dass die Erde der einzige Ort sein sollte, an dem sich jemals Leben entwickelt hat."
Michael Büker, Astrophysiker

Nur sie zu treffen ist eben ein Problem. Zum einen, so Michael Büker, geht man davon aus, dass die Physik für verschiedene Vorgänge vorschreibt, dass sie einfach eine lange Zeit brauchen.

Nehmen wir das Beispiel, die Galaxis zu bereisen: Da davon auszugehen ist, dass die Lichtgeschwindigkeit eine absolute Grenze darstellt, dauert es eben lange – sofern man es überhaupt kann – von einer Ecke unserer Milchstraße in eine andere zu fliegen zum Beispiel.

Die Chance, dass die anderen einfach nur woanders sind, ist also verdammt hoch. Außerdem wohnen wir einer neuen Erklärung zufolge hier auf unserer Erde auch noch echt abgelegen.

Keine Spuren ≠ keine Aliens

Möglich wäre auch, dass unser Planet in der Vergangenheit schon längst mal besucht wurde. Dass wir keine Spuren davon gefunden haben, heißt gar nichts. Selbst wenn das passiert wäre und selbst wenn Besucher Spuren hätten hinterlassen wollen, sei das gar nicht so einfach, meint der Astrophysiker. Schließlich finden wir von den Dinosauriern, die zahlreich über Millionen von Jahren die Erde bevölkert haben, auch nur wenige und fragmentarische Spuren.

Und noch etwas ist bedenkenswert: Michael Büker erinnert an eine Überlegung des Physikers Frank Drake, der in den 70er Jahren versuchte, die Frage nach dem Leben im All mathematisch zu lösen.

Zivilisationen haben begrenzte Lebensdauer

In seine Formel spielt auch der Gedanke mit rein, dass Zivilisationen vielleicht nur eine begrenzte Lebenszeit haben. Wenn also einmal Leben da ist, heißt es eben noch lange nicht, dass es auch ewig lange bleiben wird. Gut möglich also, dass Mensch und Alien sich bisher dummerweise einfach nur immer verpasst haben.

"Wir sehen ja auch heute angesichts der Klimakrise beispielsweise, dass wir als Zivilisation nicht unbedingt sehr gut darin sind, alles das zu unterlassen, was unsere eigene Existenz gefährden könnte."
Michael Büker, Astrophysiker

Wenn wir berechnen wollten, wo und wann wir am besten anderes Leben treffen, dann müssen wir diese zwei Fragen trennen, sagt Michael:

  • Den richtigen Ort zu finden, ist gar nicht so schwer – sei es mit Teleskopen oder anderen Untersuchungsmethoden, mit denen wir uns das Universum ansehen. Wir finden ja immer mehr Planeten, die dafür geeignet wären, dass dort Leben entsteht.
  • Über die Zeit allerdings haben wir weder einen Überblick noch können wir sie manipulieren. Also bleibt uns nichts übrig als abzuwarten und als Menschheit so lang wie möglich zu überleben.

Vielleicht stellen wir dann doch mal fest: Wir sind nicht allein!