Das perfekte Buch für den Moment, wenn Grillfleisch nicht mehr verführerisch riecht. David Duchovny schickt die Kuh Elsie auf eine witzige Reise zu den Heiligen Kühen.

Direkt zu Anfang sei mal klar gestellt. Elsie ist keine dumme Kuh. Ganz im Gegenteil, sie ist irre schlau, charmant und führt als taffe Erzählerin durch die Geschichte, die der Schauspieler David Duchovny geschrieben hat. Wer jetzt Science-Fiction oder California-Sexstorys erwartet, liegt aber total falsch. In "Heilige Kuh" geht es um drei clevere Tiere, eine Kuh, ein Schwein und ein Truthahn, die nur eins wollen: abhauen.

Auslöser für die Flucht ist eine Beobachtung, die Elsie macht, als sie eines Abends ausbüchst. Im Fernseher der Bauernfamilie sieht sie, was auch die Tiere der Farm früher oder später erwartet: Sie werden geschlachtet. So entsteht der Plan, nach Indien zu gehen. Hier sind Kühe schließlich heilig. Unterstützung bei der Flucht bekommt sie vom Schwein Jerry, das mittlerweile Schalom genannt werden möchte: Er ist Jude und will nach Israel. Fehlt nur noch Truthahn Tom, der sich als Reiseziel die Türkei ausgesucht hat. "Turkey" macht ja auch Sinn.

Zum Glück setzt die Fabel nicht auf Fingerzeige oder Moralkeulen - Selbst wenn dem Vegetarier David Duchovny der Fleischverzicht ein Anliegen ist. Stattdessen setzt er auf Kuriositäten, Gags und verrückte Begegnungen mit anderen Tieren wie einem gutmütigen Kölner Bombenspürhund oder einem Kamel an der Klagemauer. Und wen das nicht überzeugt, den packt dann vielleicht doch der Charme von Elsie.