Die Balfour-Deklaration und die britische Anerkennung, dass Juden in Palästina eine "Heimstätte" errichten, hat weitreichende Folgen für den Nahen Osten.

Am 2. November 1917 erklärt der britische Außenminister Balfour: "Die Regierung Seiner Majestät betrachtet mit Wohlwollen die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina und wird ihr Bestes tun, die Erreichung dieses Zieles zu erleichtern." 

Diese Anerkennung des zionistischen Ziels hat Folgen, die wir bis heute spüren. So wie auch viele andere Entwicklung vor 100 Jahren ihren Ausgang genommen haben, im Jahr 1917. Ein Epochenjahr. Der Erste Weltkrieg tobt seit drei Jahren, die Heimatfront wird mobilisiert, die USA treten in den Krieg ein. In Russland findet die Oktoberrevolution statt. 

Gewaltsame Veränderungen allerorten, neue Grenzen werden gezogen. Und im Konzert der Mächte spielt Großbritannien als Kolonialmacht eine wichtige Rolle.

"Was besagt die Balfour-Erklärung nun im Detail und welchen Ort hat sie in der britischen Kriegspolitik?"
Nils Riecken, Islamwissenschaftler, Zentrum Moderner Orient, FU Berlin

2017 hat die Technische Universität Darmstadt dem ereignisreichen Jahr 1917 eine Vorlesungsreihe gewidmet. Sie heißt "Das Jahr 1917. Auftakt zum kurzen 20. Jahrhundert?". Am 20. Juni 2017 war der Islamwissenschaftler Nils Riecken als Redner geladen. Sein Thema: "1917 im Nahen Osten: Die Balfour-Deklaration, Palästina und die Entstehung des Nahostkonfliktes".

"'1917 im Nahen Osten' hat nicht nur mit dem Nahen Osten zu tun, sondern mit dem, was wir Europa nennen."
Nils Riecken, Islamwissenschaftler, Zentrum Moderner Orient, FU Berlin

In der Balfour-Deklaration erklärt sich die Kolonialmacht Großbritannien einverstanden mit einer alten Forderung der zionistischen Bewegung. 

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